Abenteuer Südamerika – Es geht weiter

Hätte mir jemand gesagt, dass das eigentliche Abenteuer am Ende meiner Reise durch Argentinien auf mich warten würde, hätte ich mir das nicht vorstellen können. Warum ich mein Rückflugticket nach Deutschland verfallen lasse und was es damit zu tun hat, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Der Start aus der alten Welt

Es gab im letzten Jahr viele Abenteuer: Die Kündigung meines alten Jobs, der Start meines Blogs und die Entwicklung des Logos dafür, meine Tauchlehrerprüfung, der Start meines Journalismus-Studium und nicht zu letzt die Planung sowie der Start meiner Reise nach Argentinien. 

Südamerika rief: Von Januar bis April diesen Jahres bin ich durch 17 der 23 Provinzen Argentiniens gereist. Per Auto ging es über 5.000 Kilometern Asphalt, Schotterstraße, Autobahn und Schlaglochpiste. Die Regionen Argentiniens sind so vielfältig wie das Land groß ist. Viel Platz und Zeit für eine Menge Erfahrungen.

All das war ein großartiges Erlebnis, über das ich noch viele Artikel schreiben werde. Hätte mir jemand gesagt, dass das größte Abenteuer erst danach starten würde, ich hätte es nicht glauben können. Dass aus diesem Trip, eine Reise mit einem One-Way-Ticket ohne konkretes Ende würde, ich hätte nicht die Vorstellungskraft oder den Mut dazu gehabt. Deswegen ist es ganz gut, wenn man in manchen Phasen des Lebens noch nicht weiß, was in der Zukunft passieren wird. Manchmal braucht man erst bestimmte Erfahrungen und kann danach seinen Weg weitergehen, wofür man sonst nicht den Mut aufgebracht hätte.

Leben ist das, was passiert während du dabei bist andere Pläne zu machen

Genau das passiert jetzt bei mir. Ich werde im Juni für mindestens vier Wochen in Costa Rica sein. Durch einen Zufall bin ich mit einem Pärchen in Kontakt gekommen, die jemanden suchen, der sich um ihr Haus, aber vor allem um ihren Hund kümmern wird. Als Gegenleistung darf ich umsonst in dem Haus wohnen und das Auto benutzen, ein toller Deal. 

Der ursprüngliche Plan

Im April würde ich zunächst nach Deutschland zurückkehren, Tauchkurse geben, ein paar Verpflichtungen erledigen und im Juni nach Mittelamerika fliegen, da ich für den Sommer noch keine weiteren Pläne habe. 

Zwei Herzen in einer Brust: Ideale und Verpflichtungen

Ist es sinnvoll, nach Deutschland zurückkehren, um danach erneut viele tausend Kilometer Richtung Südamerika zurückzulegen? Wäre es nicht eine Möglichkeit, direkt hier zu bleiben? Nachhaltiger wäre es in jedem Fall. Der Blick in den Kalender verrät mir, dass zwischen der Rückkehr und meiner erneuten Abreise gerade einmal acht Wochen liegen. Viel Zeit ist das nicht. Genauso gut könnte ich in dieser Zeit durch Südamerika weiter nach Norden und Richtung Mittelamerika reisen.

Doch was ist mit all den Verpflichtungen, die zu Hause auf mich warten? Das Studium, die Tauchkurse, so lange fort von Familien, Freunden und vor allem meinem Mann? Kann ich das schaffen oder viel mehr, will ich das?

Sich die Unterstützung von Freunden und Familie holen

Gute Freunde sind wie Sterne in der Nacht: Du kannst sie nicht immer sehen, aber sie sind immer da.

 

Freunde müssen nicht immer am selben Ort sein, damit man ihre Unterstützung erhält. Das ist eine Erfahrung, die ich schon oft machen durfte. Eine Kolumbianerin aus meinem Bekanntenkreis hat mir die Angst genommen, allein durch das Land zu reisen. Dadurch, dass sie mir viele gute Tipps gegeben hat, wie ich mich auf der Reise verhalten kann, hat sie mir gleichzeitig viele Sorgen genommen.

Schaut bei den Abenteuern, auf die ihr euch einlasst, dass ihr immer Menschen an eurer Seite habt, die euch unterstützen und euch Mut machen, wenn es einmal schwierig wird. Das ist so wichtig. Solltet ihr nicht solche Personen in eurem Umfeld haben, kann es gut sein, dass ihr nicht die Menschen um euch habt, die euch gut tun.

Rationale Argumente allein reichen nicht aus

Was sagt der Bauch? Das ist eine so wichtige Frage, die in der heutigen Leistungsgesellschaft viel zu kurz kommt. Viel zu häufig geht es um Effizienz, wirtschaftliche Argumente oder das Ansehen in der Gesellschaft. Aber was ist wichtig für dich? Kannst oder willst du das überhaupt leisten, unabhängig von der Vorstellung, was andere von dir erwarten?

Getreu dem Motto: „Wenn du mir früh genug Bescheid sagst, bin ich auch flexibel.“, musste ich erstmal eine Weile über das Vorhaben nachdenken und -fühlen. Es war doch alles ganz anders geplant. Fühlt sich das passend an? Ein guter Weg für mich, ist es, eine wichtige Frage mit in eine Meditation zu nehmen. Auf diese Art und Weise kann ich gut in mich hinein fühlen, ohne vom Außen und den Erwartungen anderer abgelenkt zu werden. Nicht immer stellt sich sofort das passende Gefühlt ein, das zu einer Entscheidung wird. Manchmal dauert das etwas länger. Wichtig ist, dass du dir die Zeit nimmst, die du dafür brauchst.

Das Abenteuer ruft

Steine
Auf steinigen Wegen können schöne Dinge warten

Für mich war sehr schnell klar, dass es ein einmaliges Abenteuer ist. Das nicht zu tun, würde bedeuten, dass ich das Gefühl hätte, etwas verpasst zu haben. Deswegen habe ich meinen Mut zusammengefasst und gefragt, ob ich meine Tauchkurse im April abgeben kann. Dank meiner abenteuerlustigen und vor allem verständnisvollen Chefin, war das kein Problem.

Sich für das Unbekannte öffnen

Doch es gibt noch eine andere, entscheidende Prüfung. Kann ich meinen Mann nach Buenos Aires begleiten, ihm dort auf Wiedersehen sagen, mit dem Wissen, dass ich nicht am darauffolgenden Tag den Flug aus Argentiniens Hauptstadt nach Frankfurt nehme? In Wirklichkeit weiß ich nicht, wann wir uns überhaupt wiedersehen werden. Mit dieser Entscheidung hätte ich kein Rückflugticket mehr und aus meiner Reise nach Argentinien würde eine werden mit One-Way-Ticket, unbekanntem Ziel und Ende. Ja, das schaffe ich. Nicht zuletzt, weil ich weiß, dass ich so viele tolle Menschen in meinem Leben habe, die mich supporten.

Rundreise durch Südamerika

Auf meinem Weg nach Costa Rica locken Länder wie Paraguay, Bolivien, Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien und Panama. Doch schon jetzt ist klar, dass ich für diese vielen tausend Kilometer nur acht Wochen Zeit habe. 

Das Wichtigste, was ich bei diesem Abenteuer und vor lauter Reisefieber nicht aus den Augen verlieren möchte, sind meine Bedürfnisse. In erster Linie brauche ich genug Energie, damit ich dieses Abenteuer erleben und vor allem genießen kann. Es geht nicht darum, möglichst viele Ein- und Ausreisestempel im Pass zu sammeln oder die Erwartungen anderen Menschen zu erfüllen.

Euer Lebensglück steht an erster Stelle

Die wichtigste Erkenntnis, die ich daraus ziehe und die ich an jeden, der das liest und sich angesprochen fühlt, weitergeben möchte, ist dass ihr für euch und euer Lebensglück einsteht. Erst danach kommen die Ideale.

Was ich damit konkret meine? Mir zum Beispiel ist es wichtig, nachhaltig zu reisen, das heißt mit möglichst wenig CO2. Deswegen möchte ich möglichst viele Strecken mit dem Bus zurücklegen. Doch zeitgleich habe ich nur acht Wochen Zeit zur Verfügung, in der ich mindesten 6.500 Kilometer zurücklegen muss. Im Durchschnitt bedeutet das, dass ich im Vergleich pro Woche einmal Deutschland von Norden nach Süden durchqueren muss. Während dieser Zeit, muss ich die Weiterreise organisieren, schreiben, studieren und benötige vor allen Dingen genug Zeit zum Entspannen, Sport machen und meditieren. All das sind für mich die Grundlagen, um genug Energie zu haben. Sonst schaffe ich dieses Abenteuer nicht.

Allein der Umstand, dass ich nicht nach Deutschland zurückkehre, spart eine Flugstrecke von 32.000 Kilometern und damit eine Menge CO2 ein. Deswegen nehme ich mir selber den Druck, die komplette Weiterreise, ohne Flug zu schaffen. Es ist nach wie vor mein Plan, doch wenn es nicht gelingen sollte, ist es für mich okay.

Das eigene Wohlbefinden nicht aus den Augen verlieren

Es ist toll, Ideale zu haben und diese zu verfolgen. Doch es gibt Grenzen bei der Verwirklichung, nämlich dann, wenn die eigene Leistungsfähigkeit auf dem Spiel steht. Deswegen überlegt bei allem, was ihr euch vornehmt, ob ihr es schaffen könnt und wann ein Kompromiss notwendig ist. Es gibt nur einen Menschen, der weiß, was gut für euch ist und der seid ihr selbst!

Welcher Lebenschallenge stellst du dich gerade oder hat dich in der Vergangenheit vor ähnliche Entscheidungen gestellt? Teile gerne deine Erfahrungen mit mir in den Kommentaren. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.

Comments (5)

Das sind ja Neuigkeiten! Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Zeit und genieß sie in vollen Zügen! Ich bin gespannt, was du dort noch alles erlebst und freue mich auf deine Berichte!

Liebe Grüße
Bine

Svenja Vierth

Danke für deine Nachricht und Wünsche, Bine 🙂 Und auf dem Blog gibt es sicher immer wieder neuen Lesestoff.

Xiomara Valverde

Meine liebe,
Ich kann kaum erwarten dich kennenlernen! Ich fühle mich geschmeichelt an deine Abenteuer teilnehmen dürfen. Ich habe aus deinen Artikel viel mutt gesammelt für die bevorstehenden Entscheidungen. Eine wunderbare Reise mit viele neue Erkenntnisse und Erfahrungen wünsche ich dir. Wir sehen uns ins Paradies.

Svenja Vierth

Ja, das geht mir genauso. Das Schicksal ist eine verrückte Sache, die ich sehr liebe. Ich freue mich auf alles, was da kommt.

[…] selten, in den Flieger zu steigen. Daher habe ich mich dagegen entschieden zwischen meiner Reise nach Argentinien und Costa Rica nach Deutschland zurückzukehren, auch wenn es finanziell keinen Unterschied gemacht hätte. Für […]

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