Aconcagua, der höchste Berg Amerikas

Die Provinz Mendoza hat längst mehr zu bieten als den Wein, für den sie bekannt ist. In dieser Region Argentiniens warten an jeder Ecke neue, aufregende und vor allem farbenfrohe Felsformationen. Es ist ein wahres Paradies für Naturfreunde. Wer hier unterwegs ist, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit 6.962 Metern ist der Aconcagua als höchster Berg Amerikas allerdings ein besonderes Highlight.

Einer der Seven Summits: Der Aconcagua

Der Aconcagua ist der höchste Berg Amerikas. Unter den inoffiziellen Ausdruck „The Seven Summits“ fallen die  höchsten Berge auf dem jeweiligen Kontinent. Aufgrund der unterschiedlichen Auslegung der Grenzen Europas und Australiens gibt es keine Einigkeit über die höchsten Berge dort.

  • Afrika: Kibo, 5.895 Meter
  • Antarktis: Mount Vinson, 4.892 Meter
  • Asien: Mount Everest, 8.848 Meter
  • Australien: Mount Kosciuszko, 2.228 Meter /Altenativ: Carstensz-Pyramide, 4.884 Meter
  • Europa: Mont Blanc, 4.810 Meter / Alternativ: Elbrus, 5.642 Meter
  • Nordamerika: Denali (Mount McKinley), 6.190 Meter
  • Südamerika: Aconcagua, 6.962 Meter

Der Aconcagua ist mit 6.962 Metern noch höher als der Mount McKinley oder wie der Berg in der Sprache der Einheimischen auch genannt wird, Denali in Alaska. Damit zählt der Berg in den Anden zu den sieben größten, die auf dem jeweiligen Kontinent der Welt zu finden sind. 

Nationalpark Aconcagua

 

Wer wandern gehen möchte, kann das hier sehr gut tun. Die Ruta national 7 (RN 7) führt von dem kleinen Ort Uspallata Richtung Chile. Der Berg liegt noch auf der argentinischen Seite. Es ist daher nicht notwendig, die Grenze zu überqueren. Allerdings kann es sein, dass du, wenn du mit dem eigenen Auto unterwegs bist, an den lokalen Polizeikontrollen angehalten und kurz überprüft wirst, deswegen ist es immer ratsam, alles wichtigen Unterlagen an Bord zu haben. Wenn du mehr Informationen benötigst, schau mal hier vorbei (Artikel: Reisen in Argentinien). Wir hatten keinerlei Probleme und die Beamten waren sehr freundlich und verständnisvoll, was nicht selbstverständlich ist. Von der Straße ist der Nationalpark Aconcagua, der damit denselben Namen wie der Berg trägt, ausgeschildert und direkt zu erreichen. Wer nicht mit dem eigenem Auto unterwegs ist, was in dieser Gegend allerdings von unschätzbarem Vorteil ist, kann auch mit einem Touranbieter zum Park gelangen. 

Nationalpark Aconcagua
2.950 Meter über dem Meeresspiegel liegt der Nationalpark Aconcagua

Eintritt nur in argentinischen Pesos zahlbar

Wichtig zu wissen ist, dass du den Eintritt in den Park nur mit argentinischen Peso bezahlen kannst. Es werden weder Kreditkarte noch amerikanische Dollar akzeptiert. Allerdings ist auch hier wieder einmal die Hilfsbereitschaft der Einheimischen hervorzuheben. Durch ein Missgeschick hatten wir kein lokales Bargeld dabei. Der Mitarbeiter des Nationalparks hat uns freundlicherweise privat Doller gegen Peso getauscht, sodass wir den Eintritt bezahlen konnten. Ich hätte erwartet, dass der Wechselkurs schlecht und er damit ein Geschäft machen würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Im Endeffekt war er günstiger als die Bank. 

Die jeweils aktuellen Eintrittspreise sind auf der Webseite des Nationalparks ersichtlich und richten sich danach, welche Tour du machen möchtest. Auch die Nationalität spielt bei der Höhe des Eintrittspreises eine Rolle. In Argentinien richtet sich das Entgelt für Tickets in Nationalparks oder andere Attraktionen häufig nach der Herkunft. Am günstigsten ist es für die Argentinier, danach kommen die Einwohner Lateinamerikas. Ausländer zahlen immer den höchsten Preis, was aufgrund der unterschiedlichen Kaufkraft der Länder durchaus verständlich ist.

Der Eintritt hat zum Zeitpunkt unseres Besuchs, April 2019, 200$ Pesos pro Person gekostet. Das sind umgerechnet etwas mehr als 4€ pro Person gewesen.

Schöner und einfacher Rundwanderweg 

Der Weg ist einfach und relativ eben, sodass er für jedermann machbar ist, der über eine solide Fitness verfügt. Wanderstöcke sind in diesem Teil nicht notwendig. Allerdings solltest du bedenken, dass der Park selber bereits einige Meter über dem Meeresspiegel liegt, sodass du am Ende der Route auf 2.950 Metern über dem Meeresspiegel ankommst. Die Luft wird merklich dünner. Deswegen ist es empfehlenswert, langsam zu gehen und viel zu trinken. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist genauso wichtig wie eine Kopfbedeckung. Wer an die Höhe nicht gewöhnt ist, kann Kopfschmerzen, Schwindel und/oder Übelkeit bekommen. Wenn du vor dem Ausflug in den Nationalpark ein paar Tage Eingewöhnungszeit einplanst, solltest du keine Probleme haben.

Wer hoch hinaus möchte

Es gibt die Möglichkeit längere Touren zu machen und den Berg zu besteigen. Allerdings ist dies nur mit einem gesonderten Ticket möglich, das wesentlich teurer ist. Natürlich musst du dann, je nach Tour entsprechende Vorbereitungen treffen, sodass der Körper an die Höhe gewöhnt ist. Auch solltest du für die Tour geeignetes Equipment dabei haben. Weitere Informationen findest du auf der staatlichen Webseite des Nationalparks Aconcagua.

Geschichte zur Entstehung

Fossilien Amoniten
Versteinerte Ammoniten – Teile des heutigen Parks waren einmal Meeresgrund

Verschiedene geologische Prozesse haben zur Entstehung der Landschaft rund um den Aconcagua geführt. Vor 14.000 gab es noch eine Trennung zwischen dem oberen Gletscher Los Relinochos und dem unteren Horcones Inferior. Die Instabilität der Täler sorgte allerdings für den Zusammenbruch dieser Trennung. Die Folge war, dass riesige Lawinen aus Stein und Eis ins Tal schossen. Dabei rutschte die Lawine über den unteren Gletscher, was dafür sorgte, dass diese noch mehr Material aufnahm und an Geschwindigkeit gewann. Durch das Schmelzen des Gletschereises veränderte sich die Lawine zu einem Schlammstrom und durchquerte das Tal Horcones mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde bis sie schließlich den Fluss Cuevas erreichte. Ein solches Ereignis wiederholte sich vor etwa 10.000 Jahren ein zweites Mal.

Die Südwand des Berges ist 2.700 Meter hoch und gehört damit zu den höchsten natürlichen Steilwänden unseres Planeten. Zum einen zeichnet sie sich durch die enorme Größe aus, aber auch durch den Umstand, dass sie noch immer zu einem Teil mit Gletschern bedeckt ist. Wenn die Gletscher an den Rand der Klippen vorrücken, brechen Teile davon ab und verursachen zahlreiche und zum Teil gefährliche Lawinen.

Uspallata: Ausgangspunkt für viele Exkursionen

Uspallata ist ein geeigneter Ausgangspunkt für verschiedene Exkursionen. Der Ort hat alles, was du zum Überleben benötigst: Supermarkt, Bankautomat, Apotheke und Tankstelle sowie viele verschiedene Unterkünfte. Wir sind in einer der vielen Cabañas (Hütten) untergekommen, weil wir es lieben, selber kochen zu können und die Ruhe zu genießen.

Von hier aus kannst du verschiedene Ausflüge machen: Zum Beispiel zum nahegelegnen See Embalse Potrerillos, wo du die Sonne genießen, segeln oder Windsurfen kannst. Außerdem gibt es nur wenige Kilometer vom Ort einen Schotterweg, der zu den schönsten siebenfarbigen Bergen gehört und meiner Meinung nach, noch schöner ist, als der in Purmamarca. Du kannst über den Straße xy stillgelegte Mienen erreichen, die du mit einem Guide erforschen kannst. Führungen sind hier normalerweise auf Spanisch. Solltest du eine englische benötigen, ist eine telefonische Reservierung notwendig. 

Wenn dir das alles zu viel Action ist, kannst du auch einfach die Gegend genießen, die mit ihren wunderschönen Bergen schon ein Highlight für sich ist. Es gibt einige Wanderwege und wer Lust hat, nimmt sich ein Fahrrad und erkundet so die Umgebung.

Warst du schon in Argentinien oder sogar in der Provinz Mendoza unterwegs? Was hat dir besonders gut gefallen? Wenn du Tipps hast, schreib sie mir gerne in die Kommentare. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.