Bucketlist – Deine Wünsche sind wichtig

Jeder kennt sie: Diese Dinge, über die wir sagen, dass wir sie unbedingt tun müssten. Die Rede ist von unseren Herzenswünschen. Doch wie viele von diesen Vorhaben bleiben unerledigt, weil wir nicht daran denken, weil sie zu zeitaufwendig sind oder im Alltag untergehen?  Doch Selbstliebe hat keine Zeit, aufgeschoben zu werden.

Die Rede ist von der Bucketlist. Das Wort stammt aus dem Englischen und wird im Deutschen gerne synonym verwendet, was mich bei der Übersetzung Löffelchenliste nicht wundert. „to kick the bucket“ sagt man umgangssprachlich für „den Löffel abgeben“, was zum einen die schräge Übersetzung erläutert, als auch den Inhalt einer solchen Liste. Diese umfasst alle Wünsche und Erlebnisse, die ihr euch in eurem Leben noch erfüllen oder erfahren möchtet bevor ihr sterben werdet.

Und Hand auf’s Herz: Jeder hat so eine Bucketlist. Im Kern ist es doch nichts Anderes, als eine Aufstellung mit unseren sehnlichsten Wünschen. Wir haben diese „Liste“ alle irgendwo in den Tiefen unseres Kopfes oder vielleicht eher in unserer Seele? Wie wäre es, diese Wünsche aufzuschreiben? Und sie vom Herzen aus, Lebendigkeit werden zu lassen? Unter dem schönen Zitat als Leitsatz:

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupéry

 

Nicht nur andere, auch sich selber sieht man mit dem Herzen besser.

Liebt ihr to-Do-Listen?

Wenn mich jemand nach meiner Bucketlist fragt und ich auswendig alles aufzählen sollte, würde ich sicher nicht alles zusammen bekommen, ganz im Gegensatz zu der to-Do-Liste. Was ich für die Woche oder den Tag noch erledigen muss, kann ich mir schnell ins Gedächtnis rufen. Es müssen Rechnung bezahlt und die Hausarbeit erledigt werden – und das gleich im doppelten Sinne – ich muss nämlich noch saugen und die Wäsche machen sowie das Skript für die Uni schreiben. Einkaufen, Sport machen, Essen kochen… und die Liste hört noch lange nicht auf. Warum das so präsent ist? Weil ich to-Do-Listen liebe und auch das Abhaken. Deswegen schreibe ich mir regelmäßig alles auf und habe es präsent.

Wenn das im Alltag so gut funktioniert, warum die Methode nicht für die großen Projekte übernehmen?

Denn unsere Bucketlist zu schreiben und in die Tat umzusetzen, ist viel wichtiger als jede to-Do-Liste dieser Welt. Warum? Weil Selbstliebe keine Zeit hat, aufgeschoben zu werden.
Es ist wichtig, dass du dir deine Wünsche und Sehnsüchte ins Bewusstsein holst und du dich daran erinnerst, was dir wirklich wichtig im Leben ist.

Die Bucketlist – Deine Wünsche und am besten so kreativ wie möglich

Manch einer wird sagen, dass es doch reicht, wenn man überhaupt Wünsche hat. Wozu sollte man sie aufschreiben? Es macht einen großen Unterschied, ob wir unsere Wünsche visualisieren. Grund dafür ist die Funktionsweise unseres Gehirns. Denn nur ein Prozent unserer Denkprozesse läuft bewusst ab, was bedeutet, dass 99 Prozent unbewusst geschehen.

Bei den bewussten Vorgängen werden Unmengen von Glucose und Sauerstoff verbraucht. Ein Grund, warum der Körper darauf aus ist, davon so wenig wie nötig durchzuführen. Am liebsten fährt er im Modus des Autopiloten. (Und mir wird gerade klar, warum ich Schokolade mampfe :D)

Bei der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Dieses Wissen können wir uns zu Nutze machen. Wenn wir uns die Zeit nehmen, um eine Aufstellung mit unseren Sehnsüchten und Wünschen zu machen, beschäftigen wir uns bewusst mit dem, was ansonsten diffus in unserem Inneren seine Bahnen zieht. Am Besten wäre es, unsere Herzensanliegen so plastisch wie möglich in Form zu bringen. Wer mag kann kreativ schreiben (Handlettering ist doch so in) oder malen, mit passender Musik im Hintergrund und guten Gerüchen. Das fertige Werk sollte am besten an einer Stelle platziert werden, wo du es oft sehen kannst. Ein möglicher Platz wäre am Kühlschrank, im Bad oder wenn es weniger offensichtlich sein soll, könnte auch das Tagebuch der passende Ort sein. Je mehr Sinne wir dabei ansprechen und je kreativer wir uns damit beschäftigen, desto mehr geht das Bewusste wieder ins Unterbewusste. Warum denn das nun? War nicht eben noch von dem Umgekehrten die Rede? Ja, richtig.

Aber wie bereits erläutert, funktioniert die menschliche Psyche vor allem auf der unterbewussten Ebene. Wollen wir unsere Wünsche erfüllen, vor allem wenn sie grundsätzlicherer Natur sind, werden wir unsere Alltagsentscheidungen vor allem dann danach ausrichten, wenn unserer innerer Kompass auf Wunscherfüllung ausgerichtet ist.

Meine erste Löffelchenliste

Als ich mich mit Mitte 20 gefragt habe, was ich unbedingt tun möchte, kam an erster Stelle: Im Ausland leben. Diesen Wunsch hatte ich schon als ich 15 Jahre alt war. Erst wollte ich ein Austauschjahr in der Schulzeit, dann Work and Travel machen. Aus Vernunft kam es anders, lieber erstmal die Karriere starten. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt, hörte ich meine Eltern sagen. Für das Ausland ist später immer noch Zeit und so starteten Ausbildung und Studium fast zeitgleich und damit eine Menge Entbehrungen.

Der richtige Zeitpunkt kommt nie und ist immer präsent

Deswegen habe ich mich selbst beim Wort genommen und meine Bucketlist geschrieben. Danach hat es gar nicht lange gedauert bis ich meinen Wunsch in die Tat umgesetzt habe, zunächst nur im „Mini Format“, einer neunwöchigen Reise nach Neuseeland. Aber wenn ich zurückblicke, ist dieser Zeitpunkt definitiv ein Wendepunkt in meinem Leben. In den Wochen am anderen Ende der Welt hatte ich sehr viel Zeit für mich, die ich unter anderem zum Schreiben genutzt habe. Von da an ist Vieles in einen Flow gekommen und fast wie von alleine entstanden neue Möglichkeiten.

Kurz nach dieser Reise habe ich von meinem damaligen Arbeitgeber die Möglichkeit bekommen, nach Belgien zu gehen und bin voller Euphorie in mein Abenteuer Ausland gestartet.

Eine Bucketlist darf sich verändern

Manchmal braucht man Zeit zum Nachdenken. Die Natur ist dafür ein wunderbarer Ort.

Die Zeit in Brüssel war unglaublich intensiv und ich möchte sie nicht missen. Was ursprünglich mein großer Traum war, entwickelte sich nach einiger Zeit zu Etwas, das ich gar nicht mehr so sehr wollte, mir aber nicht bewusst eingestehen konnte. Ein sehr trauriges Ereignis hat mich zum Umdenken bewegt. Der Tod der Schwester meines Freundes. Wenn jemand, der mitten in seinem Leben steht, aus selbigem gerissen wird, bleibt die Zeit stehen. Alles bekommt eine andere Dimension. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Zu der Zeit stand die Frage im Raum, ob ich meinen Vertrag in Brüssel verlängern würde. Ein toller Job, nette Kollegen, viel Verantwortung, ein gutes Gehalt – augenscheinlich sprach alles für den Job. Auf meinem Weg von der Beerdigung zurück nach Belgien, habe ich Rotz und Wasser geheult, als mir die Frage in den Kopf schoss, ob ich so weiterleben würde wie ich es tat, wenn ich noch ein Jahr zu leben hätte. Die Antwort auf diese Frage war ganz klar nein! Damit stand meine Entscheidung fest. Einen Abend später schrieb ich eine Mail an meinen damaligen Chef, dass ich den Verlängerungsvertrag nicht unterschreiben würde.

Wenn du noch einen Tag, einen Monat, ein Jahr leben würdest …

Wie würde deine Entscheidung ausfallen? Es muss nicht der Tod eines nahen Angehörigen dazu führen, dass wir bedeutende Veränderungen angehen. Aber eine so drastische Frage als Leitstern beim Finden von Antworten zu verwenden, kann äußerst hilfreich sein.
Würdest du dich genauso entscheiden, wenn du wüsstest, dass du nur noch sehr kurz zu leben hättest? Kommt dabei ein Nein heraus, ist die Entscheidung eindeutig und zwar ohne Kompromiss. So sehe ich das wenigsten und handle danach bei der Einladung zur Party einer Bekannten, genauso wie für ein Jobangebot oder die Frage, ob ich gerade reisen möchte.

Mit dieser Methode kannst du sicher sein, dass die Entscheidung aus deinem Herzen kommt. Das mag dazu führen, dass man in der Wahrnehmung Außenstehender Dinge tuen mag, die sie nicht nachvollziehen können. Aber das müssen sie auch nicht, denn mit einer Entscheidung bist du nur dir selbst verpflichtet und deiner Selbstliebe.

Und das bedeutet, immer wieder den Weg aus meiner persönlichen Komfortzone zu gehen.

Es ist gut, dass wir nicht wissen, wie lange wir noch leben, aber eines ist sicher: Wir haben keine Zeit zu verlieren, mit dem Glücklichsein zu beginnen. Heute!

Was steht auf deiner Bucketlist und ist noch unerledigt? Welche Wünsche hast du dir bereits erfüllt? Lass mich gerne daran teilhaben und schreib mir einen Kommentar unter den Beitrag. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.

Comments (1)

Liebe Svenja,

das mit dem Job, dem Verlust eines geliebten Menschen. Das alles kann ich nachvollziehen. 2 Notoperation hatte ich selbst schon und habe mich in mein Leben zurückgekämpft, meine Mutter starb mit 41 Jahren und mein Vater mit 64. Beide hatten nichts von Ihrem Leben. Wenn ich heute meine Bucketlist schreibe und ich werde Sie in den nächsten Tagen schreiben, dann ist Sie schon lang. Weil ich habe noch viele Wünsche und Sehnsüchte. Eine ToDo Liste betrachte ich immer als “ ein Tages to do“ . Aufgeschrieben behält man es besser und abends abgehacktes, läßt einen ruhiger werden. Weil man sieht was man geschafft hat. Sonst meint man schon, “ Was habe ich eigentlich alles heute geschafft?“ Habe ich nicht etwas vergessen ! …und dann schläft man schlecht. Danke für deine Anregung ! Ganz oben auf meiner Bucketlist steht mein Blog. Er ist mein Seelenheil zum Job und zur schlechten Stimmung in der Firma und auch in der Abteilung.
Danke für deine Anregung.

Liebe Grüße
elke von elke.works

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