Buenos Aires ist Ort der Gegensätze

Die Stadt ist ein Ort der Lebensfreude und der Gegensätze. Wunderschöne Parkanlagen wechseln sich mit kaputten Gehwegen ab. Am Tag pulsiert das Leben in Buenos Aires, am Abend kann es an der ein oder anderen Ecke auch manchmal gefährlich werden. Seid ihr neugierig auf meine Erlebnisse in der Megametropole? 

Die Luft ist feucht und es ist heiß. Kaum bin ich ein paar Meter über die holprigen Bürgersteige der Stadt gelaufen, klebt meine Kleidung an der Haut. Die Wege der Megametropole Buenos Aires sind an vielen Stellen in keinem guten Zustand. Daher habe ich auf dem Weg zu meiner Verabredung mit Alan immer ein Auge auf der Straße. Alan ist Porteño, wie die Einwohner der Hauptstadt heißen. Knapp drei Millionen Menschen wohnen in der Stadt und fast 17 Millionen in der gleichnamigen Provinz. Damit wohnen im Großraum von Buenos Aires nahezu ein Drittel aller Argentinier. Ich husche von Schatten zu Schatten, denn in der prallen Nachmittagssonne ist es kaum auszuhalten. Im Schutz der Bäume und Häuser wird schnell klar, dass die Stadt ihren Namen zu recht trägt. Buenos Aires heißt so viel wie gute Luft. Dort, wo die Sonne nicht hinkommt, habe ich das Gefühl, direkt am Meer zu stehen. Ein kühle Brise streicht über meine Haut und die Temperatur fällt gefühlt um mindestens zehn Grad.

Am Tag pulsiert die Stadt

Buenos Aires ist der Inbegriff von Leidenschaft und Lebensfreude und ein Ort der Gegensätze. Ein Bus fährt von einer Haltestelle los. Er ist so laut, dass ich mir die Ohren zuhalten muss. Ich biege um die Ecke und direkt vor mir taucht ein kleiner Park auf. Die Stadt ist sehr grün und so baufällig die Wege sein mögen, so gepflegt sind die Parkanlagen.

Rodedal de Palermo, Park in Buenos Aires
Rosedal de Palermo: Ein Park mit 18.000 Rosen

Mir begegnet ein Paseaperro, ein Hundesitter. Ich bin überfragt wie es möglich ist, mit zehn Hunden an der Hand, durch die Stadt zu kommen. Aber es ist am Tag ein prägendes Bild. Grundsätzlich ist die Hundehaltung in jeder Wohnung erlaubt, was dazu führt, dass es entsprechend viele Tiere gibt. Da die Besitzer meistens über Tag arbeiten, werden viele der Hunde an Dog-Sitter abgegeben. Es gibt abgeteilte Bereiche in den Parkanlagen, wo die Hunde über Tag angebunden werden oder frei herumlaufen können.
Auf meinem Weg zu unserem Treffpunkt überquere ich die Avenida de Julio. Mit 24 Spuren ist sie die größte Straße der Stadt und in der morgendlichen Rushhour, wenn viele Porteños auf dem Weg zur Arbeit sind, ist es unmöglich, die Straße mit einem Mal zu überqueren und auch am Nachmittag müsste ich mich sputen, was in Anbetracht der Hitze keine Option ist.

Die Sicherheit der Stadt

Da meine Orientierung nicht die beste ist, navigiere ich das letzte Stück mithilfe des Handys bis zu unserem Treffpunkt. Dort angekommen treffe ich Alan, dunkler Teint, noch dunklere Haare und Augen, ein Südamerikaner wie er im Buche steht. Nach einer typischen Begrüßung mit einem Küsschen auf die Wange, sagt er mir, ich solle unbedingt das Handy in meine Tasche stecken. Obwohl die Einheimischen selber oft mit Mobiltelefon in der Hand zu sehen sind, ist es anscheinend der am häufigsten entwendete Gegenstand. Nach Angaben von Ente Nacional de Comunicaciones, einer Einrichtung die dem argentinischen Ministerium für Kommunikation untersteht, verschwinden pro Tag 5.000 Smartphones im Land.

Augenscheinlich ist die Stadt so lebhaft, dass ich nicht auf die Idee komme, dass es hier nicht sicher sein könnte. Doch Alan erzählt mir, „im Prinzip gibt es keinen öffentlichen Ort in der Stadt, der wirklich ungefährlich ist, vielleicht Puerto Madero.“ In dem Stadtteil am Hafen koste der Quadratmeter eines Apartments circa 7.000 US$, was sich nur die Superreichen leisten können. Doch die Stadt ist vor allem von sozialen Gegensätzen geprägt, was dazu führt, dass die Kriminalität hoch ist. Am auffälligsten ist dies wohl im Stadtteil La Boca, bekannt für seine sehr bunten Häuser. Caminito wie die kleine Straße heißt, die den Stadtteil so bekannt und für Touristen zu einem beliebten Ziel macht, ist bloß 200 Meter lang und es ist nicht empfehlenswert, in die Seitenwege abzubiegen oder den Stadtteil zu Fuß erreichen zu wollen. Um die bunte Straße herum ist die Armut sehr hoch. Daher ist es sinnvoll, nur mit dem Bus oder einem Taxi herzukommen. Daniel hat auf seinem Blog southtraveler dazu einen interessanten Artikel geschrieben.

Kriminalität in Buenos Aires

Streetart in Buenos Aires
Schöne Orte am Tag können am Abend unsicher werden

Obwohl mir Alan erzählt, dass es selbst für Einheimische Orte gibt, an denen man sich nicht aufhalten sollte und es allgemein nach 18 Uhr nicht mehr sicher in den Straßen ist, nehme ich seinen Ratschlag nicht ganz ernst. Es ist nicht einmal 19 Uhr und taghell. Wir sitzen auf einer Bank im Park und trinken Bier. Nach kurzer Zeit kommt eine zwielichtige Frau zu uns und spricht Alan an. Was dann passiert, dauert keine 40 Sekunden. Da sie mit einem starken Akzent spricht, verstehe ich nicht viel, außer dass sie Geld will. Ich bin perplex. Sie droht uns und da wir kein Risiko eingehen wollen, wechseln eine größere Anzahl Scheine unfreiwillig den Besitzer. Wir stehen auf und gehen zielstrebig in das nächste Restaurant.

Aus Schaden wird man klug

Bis auf den den Schreck und ein paar hundert Pesos, die wir verloren haben, ist nichts passiert. Allerdings bin ich um eine Erfahrung reicher und werde nicht mehr leichtfertig die Empfehlungen von Einheimischen missachten. Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass es irgendwo sicher ist, nur weil es auf den ersten Blick so erscheint. Insofern hat der Zwischenfall dafür gesorgt, dass meine Sinne geschärfter sind, an meiner Reiselust ändert es aber nichts. Denn Kriminalität gibt es an allen Orten der Welt.

Reisen ist immer ein Abenteuer

Wenn ich unterwegs bin, fühle ich mich lebendig und ich weiß, dass es vielen so geht, die diese Leidenschaft teilen. Es wäre daher in meinen Augen verkehrt, daraus den Schluss zu ziehen, dass es besser wäre, sich nicht mehr vor die Tür zu wagen. Letztlich gibt es keine Garantie für Sicherheit. Das hat auch nichts damit zu tun, in einem fremden Land zu sein. Es reicht zur falschen Zeit am am falschen Ort zu sein. Daher ist meine Erkenntnis daraus: Immer auf die Empfehlung Einheimischer zu hören, mögen die Ratschläge noch so absurd erscheinen oder mal ein wenig Geld kosten, zum Beispiel für eine Taxifahrt.

Hast du schon einmal komische oder gefährliche Situationen erlebt? Wie bist du damit umgegangen? Lass mich gerne an deinen Erfahrungen teilhaben und schreib mir einen Kommentar unter den Beitrag. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.