Couchsurfing: Datingplattform oder hilfreich?

Was dazu gedacht war, Reisende und Einheimische in Kontakt zu bringen, Ihnen einen Schlafplatz oder Insider-Wissen über die Orte zu geben, ist mehr und mehr in den Verruf geraten, zu einer Art Flirt- und Datingplattform geworden zu sein. Die Rede ist von Couchsurfing. Aber stimmt das? Ich habe mir mein eigenes Bild gemacht. Hier erfährst du, was ich erlebt habe und meine fünf besten Tipps.

Was ist Couchsurfing?

Couchsurfing ist eine Plattform, wo sich Menschen anmelden können, die gerne reisen und sich für andere Kulturen interessieren. Nutzen können die Plattform zwei Personengruppen. Die ersten sind diejenigen, die Reisenden Etwas bieten können. Das kann ein Schlafplatz, zum Beispiel die eigene Couch sein, woher die Plattform ihren Namen hat oder man trifft sich einfach nur mit jemanden, der unterwegs auf Reisen ist, um Zeit miteinander zu verbringen. Die zweite Gruppe, sind logischerweise diejenigen, die auf Reisen sind und auf der Suche. 

Der Selbstversuch

Bis zu meiner Reise nach Argentinien hatte ich bisher mit Couchsurfing keine Erfahrungen. Zwar war ich schon immer an kulturellem Austausch interessiert, allerdings sind diese Kontakte immer auf andere Weise zustande gekommen. Aus Neugier und weil ich einen Schritt aus meiner Komfortzone wagen wollte, habe ich mich ein paar Tage vor meiner Reise dazu entschlossen, das Ganze auszuprobieren, auch wenn ich hier und da gelesen habe, dass Couchsurfing eher zu einer Datingplattform avanciert ist. Da mache ich mir lieber mein eigenes Bild.

Profil bei Couchsurfing

Couchsurfing-Account
Mein Couchsurfing-Account

Bei den Arten von Profilen gibt es zwei wichtige Aspekte, die Verifizierung und Referenzen.  Für ein verifiziertes Profil gibt es unterschiedliche Stufen.  Der einfachste Schritt, du gibst deine Telefonnummer an. Nächste Stufe, du hinterlegst deine Adresse und Couchsurfing sendet dir eine Karte mit einem Code, den du danach in dein Profil erträgst. Außerdem ist es möglich, dass du deine Identifikationsnummer des Personalausweises angibst. Beides braucht aber etwas Zeit. Der vierte Schritt ist, eine Gebühr an die Plattform zu entrichten.

Außerdem gibt es Profile mit Referenzen, also Bewertungen anderer Surfer und welche, die keine besitzen. Das ist natürlich vor allem am Anfang ein Problem. Meine Empfehlung hierzu findest du weiter unten bei beim vierten meiner Tipps.

Meine Erfahrungen mit Couchsurfing

Da ich zu Beginn relativ skeptisch war, habe ich meinen ersten Aufenthalt in Buenos Aires öffentlich gemacht. Das bedeutet, man schreibt in seinem Profil von wann bis wann du in dem jeweiligen Ort bist und was du erwartest. Du kannst jemanden suchen, der Zeit mit dir verbringt. Oder du hältst nach einem Schlafplatz Ausschau. Auch eine vermeintlich simple Fragen zu stellen, wie zum Beispiel der öffentliche Nahverkehr der Stadt funktioniert, kann sehr hilfreich sein. Ist es doch überall ein bisschen anders und sehr praktisch, wenn du weißt, wo du die Tickets oder Karten erhältst.

Treffen mit anderen Leuten

Treffen mit AlanBei meiner ersten Nutzung von Couchsurfing wollte ich nicht direkt in die Vollen gehen. Daher habe ich mich dafür entschieden, mich zunächst einfach mit jemandem zu treffen. Alan war der erste, mit dem ich auf Couchsurfing Kontakt hatte. Wahrscheinlich war ich direkt angetan, weil er mir auf Deutsch geschrieben und sich direkt bereit erklärt hat, mir Buenos Aires zu zeigen. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, bei der wir beide die Sprache des anderen gelernt haben.

Treffen über Couchsurfing
Mit Laura auf dem Foodcourt

Auch mit Laura habe ich mich in meiner ersten Woche getroffen. Mit ihr war ich auf einem wunderschönen Foodcourt, den ich vermutlich alleine niemals gefunden hätte. Eine Einführung in die lokalen Spezialitäten von Bier und Empanadas war direkt inbegriffen. Das war schon ein voller Erfolg.

Übernachten

Nach diesen ersten, sehr guten Erfahrungen wollte ich den nächsten Schritt wagen und bei jemanden übernachten. Zu diesem Zweck habe ich meinen Aufenthalt unter Angaben von Ort und Zeitraum wieder öffentlich gemacht und einige Angebote bekommen. Was mir allgemein aufgefallen ist, ist, dass mindestens 90 Prozent aller Angebote von männlichen Nutzern kommen. Nach gründlicher Recherche habe ich mich für einen jungen Mann entschieden, der einige sehr gute Referenzen hatte. Wir haben Telefonnummern ausgetauscht und in den kommenden Tagen geschrieben. Das war mir wichtig, um ein erstes Gefühl für die Person zu bekommen. Zur Sicherheit hatte ich mir für die erste Nacht ein Hostel reserviert und wir hatten vereinbart, dass er mich vom Busbahnhof abholt und er mir die Stadt zeigt. Nachdem wir uns getroffen hatten und ich einen guten Eindruck hatte, habe ich mich kurzerhand dazu entschieden, mein Hostel zu stornieren und die beiden Nächten bei ihm im Apartment zu verbringen.

Alle Details zu meinen Erfahrungen

 

Meine fünf besten Tipps

  1. Achte auf ausgeglichene Referenzen von männlichen und weiblichen Nutzern
  1. Lies dir alle Referenzen durch. Wenn dir auch nur eine davon ein komisches Gefühl vermittelt, lass am besten die Finger davon. 
  1. Telefonnummern tauschen und vorab in Kontakt treten. Das schafft einen authentischeren Eindruck als es ein Profil je könnte. 
  1. Triff dich zunächst mit Leuten an einem öffentlichen Platz. Danach kannst du sie bitten, dir eine Referenz zu schreiben. So bekommst du als Neuling die wichtigen Bestätigungen.
  1. Hör auf dein Bauchgefühl: Wenn du dich unwohl fühlst, egal wo und warum, verlasse den Ort. Du bist niemanden eine Erklärung schuldig. Wichtig ist, dass es dir gut geht.

Meine Erfahrungen mit der Plattform sind grundsätzlich gut. Allerdings kann ich bisher nur aus der Perspektive der Reisenden berichten. Ob ich unsere Wohnung künftig für andere Couchsurfer zur Verfügung stelle, weiß ich noch nicht. Vorstellen könnte ich es mir, aber nur sehr ausgewählt und mit gutem Bauchgefühl. Als Reiseführer durch Köln und Brühl stehe ich auf jeden Fall bereit.

* Es handelt sich bei dem Artikel um einen reinen Erfahrungsbericht und basiert auf keiner Kooperation.

Hast du schon Erfahrungen mit Couchsurfing gemacht? Wenn ja, aus welcher Perspektive und wie war es? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.