Lass deine Emotionen zum Kompass deines Alltags werden

Es gibt diese Tage, an denen man aufsteht und das Gefühl hat, dass aus selbigem nichts wird. Jeder wird es kennen, das Gefühl schon am Morgen mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein. Die Laune ist im Keller, nichts funktioniert, die beste Idee des Tages: Decke über den Kopf ziehen und nichts tun. Das muss nicht sein!

Ich hatte vor Kurzem so einen Tag. Ich bin mit einer unfassbaren Traurigkeit gestartet und das alles, ohne ersichtlichen Grund. Ich war einfach leer und wusste nichts mit mir anzufangen. Was konnte ich nun dagegen tun? Ein legitimer Gedanke, der mir da durch den Kopf eilte. Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter.

Aber Moment… wieso etwas dagegen tun? Ist es nicht viel besser, etwas DAFÜR zu tun?!

Gefühle haben ihren Sinn

Wir sind in unserer Gesellschaft so sehr darauf trainiert, dass wir uns in Momenten der Traurigkeit, Wut, bei Angst oder Ärger ablenken und etwas tun, damit wir das Gefühl nicht aushalten müssen. Dabei haben diese Emotionen ihre Daseinsberechtigung, ja sogar eine Funktion. Sie sagen uns, was mit uns los ist. Wenn wir ängstlich sind, teilt uns unser Innerstes mit, dass eine Gefahr droht. Bei Ärger fühlen wir uns unfair behandelt und die damit einhergehende Wut kann Antriebskraft sein, etwas gegen die Ungerechtigkeit zu unternehmen.

Unsere Gesellschaft hat uns geprägt

Es ist doch so, dass Gefühle weder negativ noch positiv sind. Sie sind schlicht da und es ist unsere Gesellschaft mit ihrem Wertesystem, die ihnen eine Bedeutung hat zukommen lassen. Jeder Mensch ist von Geburt an mit der Fähigkeit ausgestattet, Emotionen zu empfinden. Aber wer bringt uns bei wie wir mit ihnen umgehen. Das ist ein Lernprozess, bei dem die Kinder sowohl in der Schule als auch daheim kaum Unterstützung erhalten. Sie sind auf sich allein gestellt. Dabei ist der Umgang mit Gefühlen so wichtig. Sie sind unser Kompass im Alltag und zeigen uns, wo wir gerade stehen. Wenn wir den Mut haben, sie wahrzunehmen, sie dasein zu lassen und ihnen Raum zu geben, dann können diese Emotionen uns eine Antwort darauf geben, was wir im aktuellen Moment gerade benötigen.

Die Botschaft entschlüsseln

Manchmal reicht es dabei für mich schon, wenn ich kurz innehalte. Wenn das Gefühl allerdings sehr intensiv ist, hilft mir am ehesten, mir die Zeit für eine Meditation zu nehmen. Wenn ich mich auf meinen Atem konzentriere und nach einer Weile in das Gefühl hineingehe, verändert es sich. In dem Prozess, der Emotion Raum zu geben, sendet sie mir meistens ihre eigentliche Botschaft.

 

Heute hat mir die Traurigkeit gesagt, dass mir etwas fehlt – nämlich Zeit und Ruhe für mich. Es kamen in der Meditation Bilder vor mein inneres Auge, bei denen ich bei angenehmer Musik ein bisschen aufgeräumt habe und meine Wohnung wieder behaglich gestaltet habe, mir eine Oase geschaffen habe.

Kein Wunder, denn in den letzten Tagen war ich sehr kreativ, habe viel für den Blog gemacht und war unterwegs. Da kam das alles etwas zu kurz und mir ist es in der Hektik nicht einmal aufgefallen, dass keine Zeit mehr für mich übrig geblieben ist.

Danke, liebe Traurigkeit, dass du mir diese Botschaft gesendet hast.