Günstig in Prag – Unterkunft, Verkehr, Verpflegung

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Fünf Tage habe ich in Tschechiens Hauptstadt verbracht und mich in sie verliebt. Sie besticht mit alten Gebäuden, ihrer Geschichte, der Moldau und einem sehr besonderem Flair und muss sich keineswegs hinter Metropolen wie London, Paris oder Rom verstecken. In meiner Artikelreihe über die Stadt lasse ich euch an meinen Eindrücke, Tipps und Erfahrungen teilhaben. Hier erfahrt ihr, wie ihr günstig in Prag unterkommt sowie euch verpflegen könnt, was es bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu beachten gibt und noch Einiges mehr.

Unterkunft in Prag: Airbnb – eine gute Wahl 

Hausfassaden in einer Straße in Prag
Wunderschöne Hausfassaden

Wenn ich Städte bereise, nutze ich gerne die Möglichkeit, eine Wohnung von einer Privatperson zu mieten. Über Airbnb habe ich auch wieder günstig in Prag eine Bleibe finden können. Nach meiner Erfahrung ist das für diese Art des Reisens die beste Möglichkeit, unterzukommen. Es ist ungemein praktisch, eine Küche zur Verfügung zu haben und sich mit lokalen Produkten selber versorgen zu können. Zum einen koche ich sehr gerne, im Urlaub habe ich mehr Zeit zur Verfügung und es ist eine gute Möglichkeit, ein bisschen am Budget für die Reise zu sparen. Wobei das Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Städten wie Paris, London oder auch Brüssel unschlagbar ist. Wenn ihr Interesse an mehr Tipps habt wie ihr eure Reisekasse schonen und dabei viel von Prag sehen könnt, lest auch meinen Artikel „Prag umsonst erleben- 8 Tipps für tolle Erlebnisse“. 

In jedem Fall seid ihr bei dieser Variante des Wohnens nicht auf das Hotelfrühstück angewiesen und könnt eure Mahlzeit am Morgen ganz frei wählen: Entweder selber machen oder ein Lokal ausprobieren, ganz wie es euch gefällt.

Ein weiterer Vorteil sind die Tipps von den Einheimischen, von denen ihr die Wohnungen mietet. Ich hatte an allen Orten, wo ich diese Art der Unterkunft genutzt habe, tolle Gastgeber, die sehr hilfsbereit waren und mich mit allem Wissenswerten zur Umgebung versorgt haben.

Wir haben im Stadtteil Prag 4 gewohnt und hatten eine hervorragende Anbindung zum Zentrum. Allerdings würde ich beim nächsten Besuch der Stadt auf die westliche Seite der Moldau ausweichen. Ich finde den Teil Prags einfach authentischer, ruhiger und er wird weniger von Touristen belagert. In jedem Fall ist es empfehlenswert sich eine Bleibe außerhalb des Stadtteils Prag 1 oder 2 zu suchen, da diese beide sehr laut und belebt sind… es sei denn, ihr möchtet genau das… mitten drin sein. In diesem Fall wäre es „the place to be“.

Günstig in Prag unterwegs mit Tram, Metro und Bus

Mit der Tram günstig in Prag unterwegs
Nostalgische Tram in Prag

Das Netz des öffentlichen Nahverkehrs besteht aus Bussen, Metro sowie Tram und ist sehr gut ausgebaut. Es ist wirklich empfehlenswert und günstig in Prag auf diese Art und Weise mobil zu sein.

Eine banale und dennoch wichtige Info in diesem Zusammenhang: Tschechien gehört zwar zur EU, aber sie haben noch immer ihre eigene Landeswährung. Ich gebe zu, das musste sowohl ich als auch meine Reisebegleitung erst herausfinden 😉 – aber die Unwissenheit scheint verbreiteter zu sein, als man meint. Denn alle Leute, mit denen ich mich über das Thema unterhalten haben, meinten freimütig… „Prag? Die haben doch Euro… da musst du nicht tauschen.“ Doch mussten wir, denn der Großteil der Geschäfte nimmt keine Euro an und für die Ticketautomaten braucht ihr tschechisches Münzgeld. Im Juli 2018 waren 24 CZK umgerechnet ein Euro.

Ihr habt die Wahl zwischen verschiedenen Tickets:

  • 30 Minuten – 24 CZK
  • 90 Minuten – 32 CZK
  • 1 Tagesticket – 110 CZK
  • 3 Tagesticket – 310 CZK

Da wir sehr viel zu Fuß unterwegs waren – ich finde, dabei lernt man eine Stadt besonders gut kennen – haben sich Tagestickets nicht gelohnt und wir haben die Tickets jeweils nach Bedarf gekauft.

Der Ticketkauf sollte gut geplant werden

Der spontane Kauf von Tickets ist nur bedingt möglich. Aber mit ein bisschen Vorbereitung geht auch das. Ihr habt verschiedene Optionen zur Auswahl.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fahrscheinen. Die einen sind sofort beim Kauf entwerten und die anderen müssen gestempelt werden. Darauf gehe ich in den einzelnen Optionen ein.

  1. Automat: Diese stehen nicht an jeder Bus- oder Tramhaltestelle und es ist nicht möglich, beim Fahrer ein Ticket zu kaufen. Wo ihr aber immer einen Schalter findet, ist an den Metrohaltestellen. Diese Tickets müssen entweder in der Tram oder im Bus entwertet werden. In der Metro stehen am Eingang zum Bahnsteig die Entwerter. Es sei auch noch erwähnt, dass man lediglich mit Münzen oder Kreditkarte mit kontaktloser Zahloption lösen kann (das Zeichen sieht aus wie ein umgekipptes WiFi-Zeichen).
  2. Kiosk: Hier bekommt man ebenfalls Tickets. Allerdings war für mich nicht ersichtlich, welcher Kiosk oder Zeitungsladen Tickets hat und welcher nicht. Wo ich gefragt hatte, wurde ich immer an Ticketautomaten verwiesen. Diese müssen wie beim Kauf am Automaten auch manuell entwertet werden.
  3. Per Kreditkarte: Wer eine Kreditkarte mit der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens hat, kann in einigen (leider nicht allen) Trams an Automaten bezahlen. Allerdings könnt ihr hier nur die ersten drei Varianten, also für 30 sowie 90 Minuten und das 1-Tagesticket kaufen. Hinweis: Hier kann man keinerlei Bargeld verwenden.
  4. Per App: Es gibt außerdem eine App der Verkehrsbetriebe SEJF. Ihr könnt per Kreditkarte Guthaben aufladen und nach Bedarf ein Ticket per Handy lösen. Geschützt ist die Benutzung der App mit einem persönlichen Code, den ihr vergebt und bei jedem Lösen eintippen müsst. Das schützt vor Missbrauch.
  5. Per SMS auf’s Handy: Zu Guterletzt sei noch die Option erwähnt, dass es mit einer tschechischen Sim-Karte auch möglich ist, per SMS einen Fahrschein zu lösen. Dazu sendet man eine Nachricht an die Nummer 90206 mit dem Kürzel DPMP. Dies kostet 25 CZK und ist an Arbeitstagen für 45 Minuten und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen 60 Minuten laut Betreiber gültig. Da dieser Service allerdings nur mit einer inländischen Sim-Karte funktioniert, ist sie für Touristen, die nur ein paar Tage in der Stadt bleiben, nicht interessant.

Als Hinweis möchte ich erwähnen, dass Taxen nicht so günstig sind wie ich es in meinem Reiseführer gelesen hatte. Die Fahrt vom Flughafen zur Wohnung hat 835 CZK (Juli 2018: ca. 32€) gekostet. Damit ihr das besser einschätzen könnt: Die Distanz waren cicra 20 Kilometer und die Fahrzeit betrug 30 Minuten. Mit der Metro war ich eine Stunde unterwegs und wesentlich günstiger. Die Verbindung mit einem 90 Minuten gültigen Ticket kostet nur 32 CZK (Juli 2018: 1,23€).

Der Fahrdienst Uber (Wer es nicht kennt: Privatleute stellen sich als Taxifahrer zur Verfügung) ist in Prag eine vielgenutzte Option und günstiger als die offiziellen Taxen. Ich habe dazu allerdings keine Erfahrungswerte und kann weder abraten, noch es befürworten.

Günstig und lokal einkaufen – Bauernmärkte

Marktstand am Moldauufer
Marktstand mit lokalen Produkten

In der Zeit ab Ostern und über die ganze Sommerzeit könnt ihr vor allem samstags an unterschiedlichen Orten in der Stadt auf open-air Bauernmärkte gehen. Einige von ihnen finden sogar täglich statt. Wir waren auf dem Markt am Ufer der Moldau, Náplavka. Hier könnt lokale Produkte erstehen und leckere, regionale Köstlichkeiten probieren. Wir haben mit Vergnügen einen ganz Vormittag dort verbracht und es uns bei bestem Wetter und toller Live-Musik gut gehen lassen. Ein schöner Ort, um das Flair der Stadt zu genießen.

Detailimpressionen Markt: Brokkoli, Blumen, Möhren

Übrigens sind nach meiner Erfahrung die Märkte der beste Ort für Mitbringsel, denn es gibt dort eine bunte Mischung authentischer Dinge: Schmuck, lokale Produkte wie Honig oder Marmeladen, Textilien und vieles mehr. Das ist alles besser als der viele Touri-Nepp, der in den Souvenirshops verkauft wird.

Was ich jedem Bierliebhaber empfehlen kann und sogar denen, die wie ich gar nicht so gern das Hopfengebräu trinken, die Vielfalt der Biere zu kosten. Das verstehen die Tschechen wirklich gut. Wenn du Interesse an meinen veganen bzw. vegetarischen Restauranttipps hast, kannst du bald dazu mehr in einem Artikel hier auf dem Blog lesen.

Die Inseln der Moldau – Grünes Paradies unter Einheimischen

Vor allem die Stadteile Prag 1 und 2 auf der östlichen Seite sowie der Teil um die Prager Burg herum sind sehr überlaufen und voller Touristen. Wer das Bedürfnis hat, diesem Trubel zu entkommen, ist gut beraten, auf die Insel Kampa zu entschwinden. Es wird auch als das kleine Venedig von Prag gehandelt, weil es komplett von einem Wasserkanal bzw. der Moldau umgeben ist. Die Insel wartet mit netten Cafés und Bistros sowie Grünflächen auf, die zu einer Pause einladen, damit sich die Füße vom vielen Laufen erholen können. Auch auf der Insel Střelecký ostrov könnt ihr prima eine Pause einlegen. Es gibt dort einen großen Kinderspielplatz, viel Grünfläche und (zumindest im Sommer) einen kleinen Wohnwagen, der Kaffee, Getränke und Snacks anbietet. Was mir hier besonders gut gefallen hat, dass man sich dort einfach Decken ausleihen kann, um auf der Wiese zu sitzen und auch ein paar Spiele, wie z.B. Federball waren zur kostenlosen Benutzung vorhanden. In dieser Ecke begegnet ihr vielen Einheimischen, die dort lesen, entspannen oder sich mit Freunden treffen.

Ausgefallene Turnschuhe made in Czech

Zugegeben: Die Tschechen scheinen nicht unbedingt auf individuelles Design und besondere Dinge abzufahren. Zumindest habe ich kaum bis gar keine ausgefallenen Boutiquen entdecken können. So ist der Sneaker Laden Botas 66 ein echtes Highlight. Die Schuhe werden ausschließlich in Tschechien gefertigt und vertrieben und sind somit eine Rarität und auch was das Design betrifft, fallen sie in ihrem oftmals bunten Look aus der Reihe. Leider musste ich ohne meine Wunschturnschuhe den Laden verlassen, weil sie nicht in meiner Größe vorhanden waren. Da muss ich wohl noch einmal wieder kommen 😉 Aber wer besondere Turnschuhe mag, sollte nicht verpassen, hier vorbeizuschauen.

Du hast Fragen an mich oder möchtest deine eigenen Eindrücke über die Stadt mit mir teilen? Lass mir gerne einen Kommentar da. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.