Müll vor der Haustür und 5 Tipps zur Vermeidung

Müll am Strand
Müll an einem Strand

Sie kursieren in den verschiedenen sozialen Medien und Nachrichten – Bilder aus den Urlaubsparadiesen, die im Müll versinken. Sei es auf Bali, in Indien oder an anderen exotischen Orten, wo es vor Plastikmüll nur so strotzt. Was jedoch vermeintlich so weit weg ist, ist ganz nah, in unserer direkten Umgebung.

Die Ozeane, Flüsse und Seen dieser Welt haben ein Problem mit Müll. Immer mehr Menschen gründen Initiativen und Projekte, bei denen  sich die Veranstalter und alle Helfer bemühen, die Dinge, die nicht ins Wasser oder ans Ufer gehören, zu bergen und zu recyceln. Doch nicht nur an Stränden gibt es Probleme mit Müll. In unserer unmittelbaren Umgebung, im Wald, an den Straßenrändern, auf Parkplätzen, überall liegen weggeworfene Verpackungen herum.  Zum einen ist der ganze Dreck nicht schön anzuschauen, aber viel schlimmer sind die Folgen für die Natur und damit am Ende auch für den Menschen. 

Vor der eigenen Haustür kehren

Weggeworfener Müll im Wald
Weggeworfene Verpackung im Wald

Um meinen Alltag etwas zu entschleunigen, verbringe ich regelmäßig Zeit im nahegelegnen Naturschutzgebiet. Dort kann ich in Ruhe die Natur genießen. Im sehr heißen Sommer des letzten Jahres bin ich oft durch das Wald- und Seengebiet spaziert, weil es dort von den Temperaturen gut auszuhalten war. In den letzten Wochen habe ich das meiste des Lauftrainings für den geplanten Halbmarathon im April und Marathon im Oktober diesen Jahres dort absolviert. Was mir letztes Jahr schon aufgefallen ist, war, wie viel Müll in der Natur liegt, einfach achtlos von Menschen weggeworfen. Schwer lässt sich bei diesen Mengen daran glauben, dass es sich um ein Versehen handeln kann.

Die ersten Male bin ich gewandert und habe mich gewundert. Nach zwei Wochen habe ich einen Müllsack mitgenommen.

Ausbeute nach 300 Metern

Auf den ersten 300 Metern war die Tüte zu einem großen Teil gefüllt. Überwiegend mit Dingen, die aus Plastik oder Folie bestanden. Bei meinen Wegen durch den Wald ist mir aufgefallen, wie wenig Mülleimer entlang der Wege aufgestellt sind. Nicht einmal neben den Bänken am Wegesrand befinden sich im Brühler Wald Abfalleimer. Menschen neigen in diesem Fall dazu, den Müll achtlos in die Gegend zu werfen, wenn augenscheinlich keine andere Option zur Verfügung steht. Doch der nächste „Mülleimer“ liegt näher als viele denken: Die eigene Jacken- und Hosentasche oder der Rucksack leitstet im Zweifel gute Dienste. Doch der beste Müll ist immer noch der gar nicht erst entsteht.

5 einfache Möglichkeiten, Müll zu vermeiden

  1. Verzichte beim Einkaufen auf Plastiktüten: Stoffbeutel sind eine tolle Alternative und viel stylischer
  2. Verzichte auf unnötige Verpackungen – es gibt so viele Möglichkeiten dazu, die leicht umzusetzen sind: 
  • Thermobecher ersetzen den Coffee-to-go Becher 
  • eine Kombination aus Löffel und Gabel ersetzt unnötiges Plastikbesteck 
  • die PET-Flasche wird überflüssig, wenn du auf eine Edelstahlflasche (Tipps: Einfache Reinigung von Flaschen) setzt
  • Plastik- oder Brottüten kann man prima durch Edelstahlbrotdosen ersetzen
  • im Restaurant bei jeder Getränkebestellung den eventuell mitgelieferten Strohhalm abbestellen
  1. Umdenken bei Verpackungen – Vieles gibt es auch in Glasbehältern: Mais, Pilze, Tomatenmark, Joghurt, Apfelsaft
  1. Entscheide dich beim Einkauf für langlebige Produkte: z.B. eine Haarbürste aus Holz statt aus Plastik, Zahnbürsten aus Bambus, statt Wattestäbchen ein Ohrenreiniger aus Edelstahl
  1. Häufiger Dinge von zu Hause mitnehmen statt „to go“ kaufen: das Getränk in der Edelstahlflasche, der Kaffee von zu Hause im Thermobecher, das Mittagessen in der Brotdose.

Vieles von diesen einfachen Maßnahmen schont nicht nur die Umwelt sondern gleichzeitig auch noch deinen Geldbeutel. Angefangen bei der Plastiktüte für 10 oder 20 Cent, über den Kaffee oder das Wasser von daheim, bis hin zum günstigen selbstgerechten Mittagessen, ist viel Sparpotenzial drin. Oftmals schmecken die eigenen Sachen sogar besser.

Weißt du wie lange Müll überdauert?

Abbaudauer von Müll

Wie lange es dauert bis sich Müll in der Natur abbaut, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Beispielsweise haben die Temperatur der Umgebung, die Größe des Gegenstandes, aber auch die Zusammensetzung neben vielen anderen Aspekten Einfluss darauf.  Wusstet ihr, dass es immerhin drei Monate dauert bis ein ganz normales Papiertaschentuch, das achtlos in den Wald geworfen wurde, abgebaut ist? Selbst eine Zeitung benötigt mindesten ein Jahr, bis von ihr nichts mehr übrig ist.

Plogging – Fitnesstrend aus Nordeuropa

Plogging ist eine Kombination der Wörter „plocka“, was auf schwedisch aufheben bedeutet und dem Wort Jogging. Dabei handelt es sich um eine Kombination bei der laufenderweise, ausgestattet mit Handschuhen und Abfallbehältnis Müll aus der Natur aufgesammelt wird. Dieser Trend entstand vor gut zwei Jahren in Schweden und hat sich über die sozialen Medien verbreitet. 

Jeder kann etwas tun

Egal, ob man nun zu den Menschen gehört, die gerne joggen gehen oder nicht, mit einem Abfallbehälter und Handschuhen kann jeder Müll aus der Natur sammeln. Selbst Dinge, die in der Nähe von Mülleimern auf der Straße liegen, kann jeder ohne großen Aufwand in den nächsten Abfalleimer werfen. Das geht immer, so lange es nicht ekelig ist, bedeutet keinen großen Aufwand und doch tut jeder damit eine gute Tat.

Hast du schon einmal selber Müll gesammelt oder an einem Clean-Up-Event teilgenommen? Lass mich gerne an deinen Erfahrungen teilhaben und schreib mir einen Kommentar unter den Beitrag. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.