Ruhe finden – 9 Inspirationen für den Alltag

In jedem Leben gibt es Phasen, die turbulent sind. Ich befinde mich gerade im totalen Umbruch. Nichts wird mehr sein wie es vorher war. In ein paar Wochen wird meine Kündigung zur Realität und ich bin frei. Mit diesem Wissen kommt Freude auf, aber auch Zweifel sind in der bunten Mischung aller Emotionen dabei. Ich nehme euch mit auf meine Achterbahn der Gefühle, zeige euch wie ich sie zum Stehen bekommen habe und Ruhe einkehrt, mit einigen Inspirationen für euch.

Ein Blick in die Vergangenheit

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass seit dem Zeitpunkt als ich mein Elternhaus verlassen habe und damals ins 500 Kilometer entfernte Köln ging, um meine Ausbildung zu starten, ich je wieder in so einer Gefühlsachterbahn gesteckt habe. Rückblickend weiß ich, dass es eine spannende Zeit war, in der ich eine Woche Zeit hatte, um eine Wohnung zu finden und zu mieten. Und dieses Gefühl, wenn man realisiert… Shit, eine Woche war vielleicht ein bisschen optimistisch angesetzt, um Etwas in Köln zu finden und doch hat es geklappt. Der Beweis, dass vieles eine Frage des richtigen Mindsets ist oder wie David, mein liebster Host auf meiner Neuseelandreise, auch sagte „It’s all about attitude.“ – Es ist alles eine Frage der Einstellung.

In jedem Wagon der Achterbahn sitzt ein anderes Gefühl

Doch diesmal geht es noch einen Schritt weiter. Nun stehe ich an dem Punkt, dass ich gar nicht weiß, was auf mich zukommt. Ich habe meinen Job gekündigt und den Plan gefasst, auf Reisen zu gehen. Die Bewerbung für das Fernstudium im journalistischen Bereich ist abgeben und die Frist läuft. Ich warte auf die Rückmeldung und bin im Ungewissen. Wovon ich künftig meinen Lebensunterhalt bestreite, weiß ich noch nicht und wenn ich mich richtig auf dieses Gefühl einlasse, dann muss ich lachen. Es ist ein aufgeregtes Lachen, manchmal hysterisch, manchmal verzweifelt, aber in der Regel das Leben anlachend und darauf vertrauend, dass alles gut wird.


Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. – Oscar Wilde


Dies ist eines meiner liebsten Zitate, zwar ist es im Original von Oscar Wilde aber es kommt ebenso in dem Film „Best Exotic Marygold Hotel“ vor, den ich nur empfehlen kann (oho, war das jetzt schon wieder Werbung ;-)). Bedeutet es doch, dass es immer einen Weg aus einer scheinbar ausweglosen Situation gibt und indirekt steht es für mich dafür, dass wir mit unserer Einstellung, das anziehen, was wir glauben, zu verdienen und ich denke, dass jeder, der mit einem offenen und ehrlichen Herz durch die Welt geht, nur das Beste verdient hat.

Mit der Ungewissheit leben

Zwischendurch ertappe ich mich dabei wie Gedanken aufkommen, die flüstern, was ist, wenn dir beim Reisen das Geld ausgeht oder du den Platz für Journalismus nicht bekommst. Ich vertraue darauf, dass auch in diesem Fall mein Leben weitergeht. Auf dem Weg, seine Träume zu realisieren, mag es den ein oder anderen Umweg geben. Doch sind es gerade beim Reisen diese Pfade, die ihren ganz eigenen, besonderen Reiz haben.


Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben – Herrmann Hesse


In der Natur zur Ruhe kommen

In so einem besonderen Lebensabschnitt hilft es mir, viel Zeit im Grünen zu verbringen. Gibt es dafür einen besseren Ort als mitten im Nirgendwo eines wunderschönen Landes wie Norwegen?

Der Blick über die Berge der Lofoten bei einer Wanderung

Umgeben von Bergen und dem Wasser eines Fjords spüre ich wie meine Achterbahn zum Stehen kommt und die Gefühle Zeit bekommen, sich von der turbulenten Fahrt auszuruhen. Sie steigen aus dem Zug aus und ich habe Zeit sie anzuschauen und ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die jedes einzelne von ihnen verdient. Die Harmonie in der Natur mit ihren stimmigen Farben, Düften und Geräuschen sorgt dafür, dass ich ruhiger werde. Es ist wie eine Meditation, ohne bewusst zu meditieren. Wie ich hier am Rande des Meeres stehe, den Blick in die Ferne gerichtet habe und endlich frei atmen kann. Ein aktives Fokussieren auf das tiefe und freie Atmen, als wäre ich mitten in einer Meditation versunken. Die Energie der Natur anzapfen, damit alles an seinen Platz fällt.

Es bedarf dafür aber nicht direkt einer Reise in weit entfernte Länder, um das zu erreichen. Wenn ihr euch darauf einlassen möchtet, gibt es auch einige Optionen im Alltag dazu.

Neun Anregungen für Erholung im Alltag

#1 Sich bewusst von Lärmquellen entfernen

Gerade in unserer hektischen Zeit, wo ständig Informationen und Geräusche auf uns einprasseln, und dauernd jemand etwas von uns möchte, kann es sehr erholsam sein, sich bewusst von diesen Quellen des Lärms zu entfernen. Orte, an denen das für mich hervorragend klappt, sind zum Beispiel ein Spaziergang auf einem Seitenpfad im Stadtwald oder der Besuch in der Sauna. Manchmal ist es noch nicht einmal notwendig, dass ihr eure Wohnung verlasst. Wie wäre es, morgens ein bisschen früher aufzustehen, bevor der Trubel des Alltags beginnt und sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen? Bewusst die erste Tasse Kaffe ganz allein zu genießen, eine Runde Sport zu machen oder zu meditieren. Die Möglichkeiten sind endlos. Wer nicht zu den Frühaufstehern gehört, kann das natürlich auch auf den späten Abend legen, wenn die Welt zur Ruhe kommt, die Kinder im Bett sind und auch die Kunden, nichts mehr von einem möchten. Die Hauptsache ist es, sich Zeit für sich zu nehmen.

#2 Zeit in der Natur verbringen

Den Gedanken nachhängen und einfach mal die Seele baumeln lassen. Ich verbringe so gerne Zeit am Meer. Das Wasser dort hat eine besondere Wirkung auf mich und ich fühle mich nach einer Zeit so, als hätten meine Gedanken eine Dusche bekommen. Auch ein Spaziergang an einem See kann wahre Wunder wirken. Wem das nicht reicht, dem kann ich sehr empfehlen, einen Tag raus in die Natur zu fahren. Es gibt unterschiedliche Optionen. Ihr könnt euch das Fahrrad schnappen und eine Tour machen. Mit Bus und Bahn seid ihr ebenfalls schnell im Grünen. Sogar aus Köln heraus bin ich mit dem Zug schnell in der Eifel, wo ich kaum noch einem Menschen begegne. Sicherlich gibt es bei euch um die Ecke schöne Möglichkeiten, einen Ausflug zu machen, der eure Batterien auflädt.

#3 Bewusst atmen

Viel zu oft ertappe ich mich im Alltag dabei, wie ich viel zu flach atme oder manchmal sogar die Luft anhalte. Wenn ihr euch das am Tag immer wieder bewusst macht und tief ein- und ausatmet, kann es wahre Wunder bewirken. Der Körper wird mit lebenswichtigem Sauerstoff geflutet und der Kopf bekommt Energie, um klar zu denken. Ein kleines Post-It am PC oder einer anderen Stelle, auf die ihr öfter bewusst schaut, kann dabei helfen, dass ihr euch daran erinnert.

#4 Meditieren

Wer noch weiter gehen möchte als nur bewusst zu atmen, sollte einmal das Meditieren ausprobieren. Hier gönnt ihr euch noch bewusster Zeit und Raum, um euch auf euren Atem zu fokussieren. Wer neugierig ist und wissen möchte wie ich zum Meditieren gekommen bin, der erfährt in meinen Artikel Mein Weg zum Meditieren mehr darüber.

#5 Handy in den Flugmodus stellen oder komplett ausschalten

Es ist nicht notwendig, 24 Stunden am Tag erreichbar zu sein und doch sind wir genau das ziemlich häufig. Wie oft ertappe ich mich selber dabei, dass das Handy mit ans Bett kommt und permanent funken kann. Allein am Abend bewusst das Handy 1-2 Stunden vor dem Schlafen gehen zur Seite zu legen und zu einem Buch zu greifen, kann erholsam sein und auch das Diensthandy muss nicht immer dabei sein (Bereitschaftszeiten natürlich ausgenommen 😉 )

#6 Soziale Medien ausschalten

Es ist verlockend immer mal wieder auf Instagram, Pinterest und Co unterwegs zu sein, zu posten, sich auszutauschen oder einfach nur zu schauen. Das kenn ich nur zu gut, ist es doch ein elementarer Zeitvertreib, wenn man sich dem Bloggen verschrieben hat. Doch auch hier gilt, die Dosis macht das Gift. Für mich gilt: Die Essenszeit gehört mir und ich gebe mir auch zwischendrin immer mal bewusst Phasen, in denen ich nicht erreichbar oder dort aktiv bin.

#7 Bewusst essen und trinken

Bewusst Wasser trinken

Essen beziehungsweise trinken ist genauso lebensnotwendig wie atmen. Aber wer kennt es nicht? Ihr seid total im Flow und vergesst es. Oder ertappt ihr euch manchmal dabei, dass es einfach so nebenher passiert? Ihr schiebt euch Etwas in den Mund, ohne wirklich zu realisieren, was ihr kaut? Wie wäre es, mal wieder richtig schön zu kochen, sich das Essen hübsch anzurichten und jeden Bissen bewusst zu genießen und sich auf alle Aromen einzulassen, die im Mund entstehen. Das macht viel zufriedener und ihr seid schneller satt.

Trinken – da muss ich schmunzeln, denn während ich den Artikel schreibe, habe ich kein Glas neben mir stehen… ich stehe mal eben auf und hole mir direkt eine Karaffe mit Wasser und gebe mir selber den Tipp, den jeder kennt: „Stell dir einfach eine große Kanne und ein Glas hin und schon trinkst du mehr.“

#8 PC und Fernseher aus lassen

Den Computer, Fernseher und das oben erwähnte Telefon einfach auslassen. Ihr schnappt euch stattdessen ein gutes Buch und taucht ein in eine andere Welt und lasst die eigene hinter euch. Zugegeben, das klappt nur mit einem richtig guten Buch. Aber es eignen sich auch andere Dinge, von denen ihr wisst, dass ihr euch komplett darin verlieren könnt. Für mich funktioniert das prima beim Nähen, beim Sport und bei Jeglichem, das kreativ ist. Ich bin mir sicher, dass euch auch etwas einfällt.

#9 Ein Tag oder Wochenende nur für dich

Ein Kurzurlaub nur für dich… Klingt verlockend und kostet ein Vermögen? Nein, das muss es nicht. Einfach die sieben Sachen packen und aus dem Alltag entschwinden. Das kann ein Tagesausflug in ein Naherholungsgebiet sein oder vielleicht sogar ein ganzes Wochenende. Ich schnappe mir dafür gerne mein Zelt und verschwinde in die Eifel. Wem das ein bisschen zu naturnah ist und trotzdem nur ein kleines Budget zur Verfügung hat, kann auch auf eine Jugendherberge ausweichen. Das ist günstig und ist kein großer Aufwand. Es kostet längst nicht so viel wie beispielsweise eine Wochenendtrip in eine Großstadt. Meistens muss man sich nur ein Herz fassen und sich aufmachen.

Habt ihr noch mehr Ideen, wie man im Alltag Ruhe finden kann oder Fragen an mich? Ich freue mich auf eure Kommentare und Ideen. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen, dann freue ich mich wenn du ihn likest oder teilst.