Abenteuer Tauchen im roten Meer

Golden Dolphin I
Die Golden Dolphin I im Hafen von Port Ghalib

Das erste Mal auf Tauschsafari – 19 Tauchgänge, 6 Nächte unter freiem Himmel, aufregende Tauchspots und unvergessliche Begegnungen unter Wasser. Entsprechend freudig aufgeregt waren wir. Wie wird es sein, so viele Tauchgänge zu machen und dabei die ganz Zeit auf einem Boot zu leben? Wie wird es mit den Leuten und dem Essen? Ich kann schon so viel vorab sagen: All unsere Erwartungen wurden übertroffen.

 Wir wurden am Tag unserer Ankunft direkt in Marsa Alam am Flughafen in Empfang genommen und ein sehr netter Ägypter hat uns direkt die Visa in unsere Reisepässe gestempelt. Keine 30 Minuten nach Ankunft standen wir schon mit unserem Gepäck und einem Teil der anderen Reiseteilnehmer der Tour draußen auf dem Parkplatz und wurden zum Hotel geshuttelt. Denn bis zum Boarding des Schiffes bis 18 Uhr waren es noch ein paar Stunden, die es zu überbrücken galt. Die tolle Organisation von Golden Dolphin hat beinhaltet, dass wir die Zeit bis es auf das Schiff ging in einem nahegelegenen Hotel am Hafen verbringen konnten und mit kostenlosen Handtüchern dort am Pool herum gammeln durften.

Um 15 Uhr wurden wir mit dem Zodiak (Schlauchboot) mit unserem Gepäck zum Schiff im Hafen von Port Ghalib gebracht. Wir konnten unsere Kajüten beziehen und die Stunden bis zum Ablegen im Ort verbringen.Schlauchboot

Um 20 Uhr waren alle Gäste an Bord und die Vollverpflegung konnte starten. Wo ich zunächst arge Bedenken hatte, dass das Essen nicht gut oder gar zu unangenehmen Begleiterscheinungen führen könnte, die einen schnellen Weg Richtung Kajüten-Toilette rechtfertigen würden 😉 Der es kam es ganz anders… ich weiß nicht, wann ich das letzten Mal in einem Urlaub soooo gut gegessen habe. Das sollte auch den kompletten Rest der Woche so bleiben.

Am späten Abend waren wir bereit zum Ablegen… los ging es auf eine 10-stündige Schifffahrt durch die Nacht. Nur gut, dass der Seegang nicht so stark wie am nächsten Morgen war. Wir sind von Port Ghalib hinunter in den Süden gefahren, um von dort über verschiedene Tauchplätze in den nächsten Tagen wieder gen Norden zu kommen. Zum grundsätzlichen Ablauf auf der Safari: Wir wurden immer um 6 Uhr zum Early Morning Dive geweckt. Briefing war um 6:30 Uhr und gegen 7 Uhr waren schon die ersten Taucher im Wasser, dann folgte das Frühstück und am Vormittag der zweite Tauchgang. Darauf folgten ein leckeres Mittagessen und am Nachmittag der dritte Tauchgang des Tages. Getreu dem Motto Eat, Dive, Sleep, Repeat… sollte aber ein Snack am Nachmittag nicht fehlen. Da die Sonne in Ägypten schon recht früh untergeht, fand am Abend gegen 19 Uhr der Nachttauchgang statt. Nach diesem wurde obligatorisch das Abendessen serviert und der gemütliche Teil wurde eingeleutet. Es blieb noch Zeit zum Reden, sich Kennenlernen, Lachen und Spaß haben.

Unsere Tauchplätze

Tauchplatzkarte Paradise Reef
Tauchplatzkarte, gezeichnet von unserem Guide

09.03.2018

Dolphin Reef: Zu sehen gab es hier Blaupunktrochen, Muränen, Korallen und tolle Felsformationen.

Paradise Reef: Es wurde die erste Schildkröte gesichtet. Der Platz besticht durch wunderschöne Felsformationen und Korallen.

Dangerous Reef (Nachttauchgang – NTG): Ich habe zum ersten Mal  Muränen bei der Jagd beobachten können, was ein eindrucksvolles Schauspiel ist. In der Nacht wirkt ein und derselbe Tauchplatz plötzlich ganz anders.

10.03.2018

Korallen und Fische
Korallen und Anemonen

Dangerous Reef: Wieder wunderschöne Felsformationen, Schnecken, Muränen, Seesterne

Big Gotta: Ich habe meine ersten Haie gesichtet – 3 Weißspitzenriffhaie. Wunderschöne Anemonen mit Nemos, Höhlenformationen mit zauberhaftem Lichteinfall

Umm Aroug: Ein seltenes Ereignis – eine freischwimmende Muräne bei Tag. Es gibt hier sehr schöne Korallen.

Ab Bassala (NTG): Wenn man bei Nacht tauchen geht, die Lampen ausmacht und mit den Händen schnell durchs Wasser fährt, dann sieht man flirrendes Plankton. Das wirkt wie tausend Sterne unter Wasser. Uns begegneten Myriaden von Minifischen, 2 riesige Seesterne, Kugelfische und Feuerfische bei der Jagd.

 

St. Johns Felsspalte
Wunderschöner Lichteinfall durch die Felsen

Big Gotta: Tieftauchen am Riff. Da muss ich immer wieder feststellen, dass das Licht in 5 Metern Tiefe doch am schönsten ist. Dann kann man die tollen Anemonen und viele bunte kleine Fische beobachten.

Umm Chararim: unglaublich schöne Fels- und Höhlenformationen mit Lichteinfall, Korallengärten mit allerlei bunten Fischen

Dolphin Reef (NTG): Uns begegnete hier ein riesiger Calamari, der mehrfach die Farbe gewechselt hat und sich im Verlauf sichtlich unwohl im Schein unserer Taschenlampen gefühlt hat – der war wohl nicht so an Gesellschaft interessiert 😉

 

Tauchen mit Delphinen
Spielende Delphine

12.03.2018

Dolphin Reef: Eine sehr neugierige Schildkröte kreuzte unseren Weg, ein angriffslustiger Nemo verteidigte seine Anemone und ein blauer Drückerfisch war auf Futtersuche.

Dolphin Reef – Schnorcheln:

Wir hatten das Glück, dass ein Schule von ca. 100 Delphinen in der Bucht war und uns im Wasser besucht und mit einigen von uns gespielt hat. Das ist eines der unvergesslichsten Erlebnisse, die ich bisher auf Reisen hatte. Ein Moment für’s Herz. Wenn ihr die Impressionen in Bilder wollt, schaut gerne das Video an.

Claudia Reef: Auch hier schöne Höhlen mit Hart- und Weichkorallen. Christmastree-Worms sind beeindruckend, wenn man sie einmal entdeckt hat, findet man sie überall an den Korallenwänden.

Small Abo Glawa: Das erste Wrack, ein vor 10 Jahren gekentertes Segelbootes. Nicht sehr groß, aber dennoch schön bewachsen. Ein toller Canyon und zum zweiten Mal Muränen bei Tag, diesmal aber beim Revierkampf, da möchte man nicht dazwischen kommen.

 

Tauchen an einer Steilwand Rotes Meer
Korallen an der Steilwand

13.03. 2018

Elphinstone (2x): Leider hatten wir beide Male kein Glück mit Tiger- oder Hammerhaien oder gar dem Longimanus. Daran merkt man eben, dass man in der Natur unterwegs ist und sich nicht in einem Zoo befindet.

Abo Dabab III: Christmastree-Worms, Korallen, Blaupunktrochen und wieder eine Höhle.

El Shona (NTG): Eine Spanische Tänzerin (yeah, denn die sind sehr selten), 4 Feuerfische, zwei Calamari, Kofferfische und die größte Muräne, die ich je gesehen hab o.O

14.03.2018

El Shona: Drei große Schildkröten und einen Krokodilsfisch gesichtet

Marsa Mobark: leider haben wir hier nicht die erhoffte Seekuh gefunden, daher war dies ein langweiliger Tauchgang… jaja, wir sind eben in der Natur ohne „Sichtungs-Garantie“.

Mein Fazit zum Tauchen im Roten Meer:

Es war ein wunderschöner Urlaub. Ich habe noch nie so gut, innerhalb so kurzer Zeit abschalten können, was mit Sicherheit auch daran lag, dass wir über Tage keinen Handyempfang hatten – welch Luxus in der heutigen Zeit. Die Crew war unfassbar bemüht uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Es waren 19 tolle Tauchgänge, sieben Nächte, davon ein paar an Deck unter Millionen von Sternen, tolle Abende mit inspirierenden Gesprächen. Alles in allem: Ein sehr gelungener Urlaub.

Wir kommen wieder, schließlich haben wir noch ein Date mit den großen Haien und der Seekuh ausstehen 😉