Vergleichen macht glücklich

Überall liest man, dass man sich nicht vergleichen soll. Aber das stimmt nicht! Mit der richtigen Herangehensweise und Einstellung kann es funktionieren und sogar hilfreich sein. Wie? Das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Zugegeben, es klingt zunächst komisch. Lesen wir doch immer wieder in Ratgebern Anregungen wie wir das ständige Vergleichen abstellen können, da es uns nur schade.

Ich glaube hingegen, dass das Vergleichen wichtig ist. Es kommt nicht auf das grundsätzliche Vermeiden an sondern auf welche Art und Weise wir das tun und dass wir uns dessen bewusst sind.

Vergleichen ist ein Grundbedürfnis

Dass Menschen den Drang verspüren, sich zu vergleichen, liegt im Wesentlichen daran, dass wir den Wunsch haben, uns ein realistisches Bild von unserer Umwelt in Bezug auf uns selbst zu machen. Das ist ein ganz normaler Prozess und funktioniert zum einen durch den Blick ins eigene Innere, zum anderen über die Selbstwahrnehmung sowie soziale Vergleiche.

Diese Art Vergleiche kommen immer dann zum Tragen, wenn keine objektiven Maßstäbe zur Verfügung stehen. Schon Kinder lernen durch Nachahmung und im weiteren Sinne durch den Vergleich zu den Eltern und Geschwistern. Im weiteren Verlauf des Lebens führt der Mensch dies fort. Wir vergleichen uns innerhalb des Freundeskreises. Sogar in Gesellschaften ist dieser Prozess relevant. Egal, ob in öffentlichen oder privaten Gesprächen und Diskussionen: Wir erfahren im Austausch mit anderen immer wieder, was akzeptiert und als normal angesehen wird. Dabei wird die Norm lediglich dadurch geprägt, dass ein Großteil einer Gruppe etwas als Verhalten akzeptiert. In verschiedenen Kulturen gibt es unterschiedliche Sichtweisen über akzeptiertes Verhalten.  Und zudem untersteht all dies über Jahre einem Wandel. Der Vergleich gehört zum Menschsein dazu. Ratschläge à la „Vergleich dich nicht mit anderen“ können daher kaum funktionieren.

 

 

Es kommt auf die Art und Weise des Vergleichs an

Es ist viel wichtiger, dass wir uns darüber bewusst werden, mit wem und wie wir uns vergleichen. In der Psychologie spricht man von drei verschiedenen Ebenen des sozialen Vergleichs.

1. Der horizontale Vergleich: Man zieht jemanden oder etwas heran, dass etwa gleich gestellt ist und der Prozess findet auf Augenhöhe statt. Das bedeutet, dass hier ein -sofern das überhaupt möglich ist – objektiver Vergleich stattfinden kann.

2. Der Abwärtsvergleich: Hierbei findet der Vorgang mit jemandem statt, dem es schlechter geht oder der schlechter gestellt ist.

Studien haben bewiesen, dass in Situationen, in denen Menschen erkrankt sind und sich mit Betroffenen vergleichen, denen es schlechter geht, ihr Immunsystem gestärkt werden und die Gesundung beschleunigt kann. Es hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die Psyche.

3. Der Aufwärtsvergleich: Bei dieser Variante findet der Vergleich mit Menschen statt, die besser gestellt sind und mehr haben oder können. Das kann hilfreich sein, wenn wir uns diese Menschen als Vorbild und damit einhergehend als Motivation nehmen.

Die Gefahr von Facebook, Instagram und Co.

Ungesund wird das Vergleichen allerdings, wenn wir die Objektivität verlieren. Grundsätzlich ist der Begriff Objektivität in diesem Kontext sowieso gewagt, denn welche Meinungen und Darstellungen sind wirklich nur auf Fakten basiert. In den sozialen Medien trifft dies auf die wenigsten Inhalte zu. Hier geht es um schöne, spannende, aufregende und glückliche Momente oder Dinge. Das hat durchaus seine Berechtigung. Solange wir uns bewusst machen, dass all diese Menschen, seien es noch so bewundernswerte Personen, in  ihrem Leben auch schlechte oder traurige Momente erleben.

 

Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

 

Das sagt der Volksmund. Und doch vergleichen wir täglich, was sich nicht vergleichen lässt. Wär es nicht schön, dieses Sprichwort so zu interpretieren, dass es sich sowohl bei Äpfeln als auch Birnen um eine Gattung, nämlich Obst, handelt?! Und es bei uns genauso ist?! Wir alle sind Menschen und doch ist jeder auf seine Art besonders und wir sollten uns nur dann mit anderen vergleichen, wenn es uns gut tut.