La ciudad perdida – die verlorene Stadt

„Die Atmosphäre ist magisch,“ sagt Laura. „Da musst du unbedingt hin.“ Bis 1975 lag sie verborgen im kolumbianischen Dschungel, zugewachsen und von der Außenwelt abgeschirmt, die verlorene Stadt. Sie ist kleiner als Machu Picchu in Peru und deswegen weniger bekannt sowie touristisch. Neugierig auf meine Erfahrungen zu einer Wanderung an einen sehr besonderen Ort?

„Santa Marta ist als Ausgangspunkt eine schöne und vor allem sichere Stadt. Da kannst du nichts falsch machen“, empfiehlt mir Laura. Dadurch, dass sie in ihrem eigenen Land schon sehr viel herum gereist ist, habe ich einige wertvolle Tipps von der Kolumbianerin bekommen, die ich zufällig über Couchsurfing kennengelernt habe.

Das Ziel - die verlorene Stadt in der Sierra Nevada

Wanderung über vier bis sechs Tage

Die gesamte Wanderung geht über eine Distanz von 48 Kilometern. Die verlorene Stadt selber liegt auf 1.100 Metern über dem Meeresspiegel. Auf dem Trek gibt es mehrere Hütten, in denen übernachtet wird. Je nach Belegung und Camp stehen Hängematten oder Betten zur Verfügung, die immer über ein Moskitonetz verfügen. Welche der Hütten angesteuert wird, hängt von dem jeweiligen Touranbieter ab. Ich habe die Wanderung mit Baquianos Travel & Adventure* gemacht, welche eine von vier anerkannten Touranbietern seitens des kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte (ICANH) ist.

Karte verlorene Stadt Kolumbien
Übersicht der Wanderung zur verlorenen Stadt – © Baquianos Travel & Adventure

Unkomplizierte Buchung

Die Reservierung war ganz einfach per Chat möglich und die Mitarbeiter standen für Fragen auf Englisch und Spanisch zur Verfügung. Sie waren sehr verbindlich und bei Komplikationen mit der Zahlung entgegenkommend. Für die Tour habe ich 1.100.000 kolumbianische Pesos bezahlt (Stand: ca. 300 EUR April 2019). Zu diesem Preis konnte ich mich entscheiden, ob ich vier oder fünf Tage wandern gehen möchte. Zunächst hatte ich mich für die längere Variante entschieden. Da der Ablauf der Wanderung  lediglich am Ende mehr Zeit in der Natur vorsieht, sich aber die einzelnen Etappen nicht wesentlich verkürzen, war ich nur vier Tage unterwegs.

In dem Preis waren enthalten:

  • Abhol- und Bringservice von und zum Hostel
  • Verwahrung des übrigen Gepäcks während der Wanderung
  • Unterkunft in den Hütten
  • zweisprachiger Guide (Englisch, Spanisch)
  • Verpflegung: verschiedene Varianten möglich, Fleisch, Fisch, vegetarisch, vegan
  • Getränke (mit Ausnahmen)

Verlauf

Die Route geht durch den tropischer Regen- und Nebelwald. Dabei muss der Fluss Buritaca mehrfach während der Wanderung durchquert werden. Je nach Wetterlage kann das bei viel Regen eine anstrengendes Unterlagen werden. Auf unserer Tour hatten wir Glück und es war trocken, wenigstens von oben. Denn das Klima ist feucht-warm und in der Nacht fallen die Temperaturen nur auf 18-22 Grad Celsius.

Wenn ihr neugierig seid, einen authentischen Einblick in die Wanderung zu bekommen, schaut euch das Video an. Für detailliertere Informationen zum Ablauf der Wanderung, könnt ihr weiterlesen oder direkt zur Geschichte der verlorenen Stadt springen.

Das Video

Erster Tag

Am Sonntag, den 28. April ging es los. Vormittags wurde ich an meiner Unterkunft abgeholt und es ging zur Agentur. Dort konnte ich mein übriges Gepäck einlagern. Von hier aus ging es mit allen Teilnehmern in einem Allrad-Jeep los. Über eine zum Teil abenteuerlich ruckelige Straße kamen wir nach zwei Stunden am Startpunkt an. Nach einem leckeren Mittagessen und den ersten Kennenlerngesprächen untereinander, folgte die erste Etappe bis zur Hütte Adán. Nach 300 Höhenmeter und sieben Kilometern Wanderung kam das erfrischende Bad im Fluss genau zum richtigen Zeitpunkt.

Blick auf die Hügel Sierra Nevada
Aussicht nach dem ersten Anstieg

Zweiter Tag

Der zweite Tag begann sehr früh. Um fünf Uhr klingelte der Wecker und nach einem stärkenden Frühstück sind wir eine Stunde später gestartet. Nach einigen Stationen, wo es Früchte und Säfte gab, haben wir zur Mittagspause in einem Camp gestoppt. Bevor es zur Zielhütte Paraíso Teyuna ging. Insgesamt haben wir an diesem Tag 1.200 Höhenmeter bergab und bergauf bewältigt und 15 Kilometer zurückgelegt. Eine durchaus anstrengende Etappe, wo ich mir das ein oder andere Mal einen Muli gewünscht hätte, der meinen Rucksack schleppt.

Maultiere
Maultiere sind auf den schmalen Wegen ein wichtiges Transportmittel

Dritter Tag

4:45 Uhr, heute ging es noch früher los. Doch das hatte einen guten Grund. Endlich war es soweit. Die verlorene Stadt lag nicht mehr weit von uns entfernt. Der Wunsch der ganzen Gruppe war es, als erste anzukommen, um die besondere Atmosphäre des Ortes für eine Weile ganz für uns zu haben. Nach 1.200 Stufen und eineinhalb Stunden Aufstieg war genau das der Fall. Zauberhaft lag sie da im Sonnenschein des frühen Morgens. Wir hatten nun drei Stunden Zeit, die Stimmung zu genießen und etwas über die Geschichte zu erfahren. Am frühen Vormittag haben wir den Rückweg angetreten und die Wanderung endete nach dem Abstieg und weiteren anstrengenden Kilometern im Camp Wiwa.

Immer wieder gibt es auf dem Weg Badestellen wie diese hier
Badestelle am Fluss

Vierter Tag

Auf der letzten Etappe konnten wir dann fast ausschlafen. Wir mussten erst um fünf Uhr aufstehen 😉 Ziel für den letzten Tag: Der Ort Mamey, wo wir schon zu Beginn des Treks Mittag gegessen haben. Das anstrengendste Stück, so dachte ich, wäre an der kolumbianischen Flagge geschafft und danach ginge es nur noch bergab. Allerdings hatte ich unterschätzt wie herausfordernd es sein kann, wenn es ohne Schatten immer weiter den Hügel hinunter geht. Hallo, liebe Waden. Gegen 12 Uhr hatten wir endlich unser Ziel erreicht und konnten uns beim Lunch stärken, bevor wir den Rückweg nach Santa Marta angetreten sind. Vollkommen erschöpft, sind einige im Allradwagen sogar auf dem holprigen Feldweg eingeschlafen. Glücklich, sehr müde und mit vielen schönen Erinnerungen endete die Tour.

Glücklich am Ende der Wanderung
Glücklich am Ende der Wanderung

Kurzabriss zur Geschichte

Museum del Oro Santa Marta, Einheimische
Abbildung der Menschen im Museum del Oro in Santa Marta

Die verlorene Stadt liegt im Norden Kolumbiens. Die ersten ringförmigen Terrassen wurde vermutlich schon in den Jahren um 650 n. Christus (Quelle: ICANH) von den Tairona angelegt. So hieß die indigene Bevölkerung der Sierra Nevada zu dieser Zeit. Das ist die Region, in der die verlorene Stadt liegt. Neben Machu Picchu in Peru gehört Teyuna, so der indigene Name, zu den größten prähistorischen Städten Südamerikas, die bisher wiederentdeckt wurden. 1975 wurde sie zufällig von Grabräubern gefunden. Die noch übrig gebliebenen Schmuckstücke lassen sich in Santa Marta im Museo del Oro besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos.

Die Stadt hat auch heute für die direkten Nachfahren der Tairona, die vier indigenen Stämme Kogi, Arhuaco, Wiwa und Kankuamo, eine besondere Bedeutung. Sie gilt noch immer als heilig, da man an ihrem höchsten Punkt dem Sonnengott am nächsten ist. Der Trek wird jedes Jahr für den Monat September geschlossen. Die Einheimischen reinigen die Stadt und bringen Gaben dorthin. Falls du dich wunderst, dass es keinerlei Fotos von den Einheimischen in meinem Artikel gibt, die von der Wanderung selber stammen. Das hat einen guten Grund. Die Menschen glauben, dass beim Fotografieren die Seele geraubt wird. Daher habe ich das während der gesamten Tour respektiert, was leider nicht alle geschafft haben. Wenn du noch mehr über die Indianer der Sierra Nevada erfahren möchtest, kannst du hier einen weiterführenden Artikel lesen oder in mein Video schauen. Im zweiten Teil besuche ich das Museum del oro, wo es um die Menschen und ihre Lebensweise sowie den Schmuck geht.

Fazit: Wunderschöne Wanderung

Steiler Wanderweg, ein bisschen Kondition ist wichtig
Wanderweg verlorene Stadt

Eine unbedingte Empfehlung ist eine Reiseapotheke, die Sonnenschutz, Insektenspray, etwas gegen Mückenstiche, Durchfall und Kopfschmerzen enthält. Mich hatte leider am dritten Tag der Durchfall erwischt, was viele Gründe haben kann. Als Ursache sind Essen, Getränke, aber auch die extreme Anstrengung und das Klima möglich. Außerdem sind eine Kopfbedeckung, ein Dry-Bag zum Trockenhalten der Kleidung, Flipflops, zwei Oberteile zum Wandern und eines für die Nacht plus eine Jacke und eine lange Hose (zum Beispiel eine Leggins), drei Paar Socken, Badebekleidung, ein Handtuch und die persönlichen Hygieneartikel sinnvoll. Sich auf das Wesentliche zu beschränken, ist ein guter Rat, da du alles selber tragen musst.

Außerdem solltest du über eine stabile Gesundheit und Kreislauf verfügen. Die Wanderung ist bei einem guten Fitnesszustand machbar, aber es ist aufgrund des Klimas anstrengend. Wer den ganzen Weg mit Gepäck scheut, kann sich auf Anfrage ein Maultier mieten.

Was ich für den Preis enttäuschend fand, war, dass nicht an allen Stellen (außerhalb der Hütten) das Wasser und die Säfte im Preis inbegriffen waren. Auch mussten wir den Zugang zu einer Badestelle bezahlen. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass die Einheimischen etwas verdienen möchten, aber ich finde es sollte ein größerer Anteil der Ticketpreise bei den Einheimischen landen. Nach meinen Recherchen sind das nämlich lediglich 11€ (Quelle: ICANH). Was ich positiv erwähnen möchte, dass ich meine liegengebliebene Jacke einen Tag nach Beendigung der Wanderung in der Agentur abholen konnte. Das war ein toller Service.

Bist du den Trek selber schon gegangen? Wie waren deine Erfahrungen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Dir hat mein Artikel und die Inspirationen gefallen? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst, likest oder meinen Blog abonnierst.

*Es handelt sich hier um keine Kooperation. Ich habe die Wanderung von meinem eigenen Geld bezahlt. Es handelt sich lediglich um meine Erfahrungen.